Im Laufe der Jahre sammelt sich im Haushalt vieles an, was man nicht mehr gebrauchen kann oder was einfach nicht mehr gefällt. Aber einfach Dinge wegwerfen, über die sich ein anderer vielleicht noch freut? Das muss nicht sein und ist auch alles andere als nachhaltig. Im Häusern gibt es daher seit gut drei Jahren eine Verschenkbörse. Über das Mitteilungsblatt der Gemeinde werden Geber und Nehmer zusammengebracht. Mit der Verschenkbörse möchte die Gemeinde auch einen Beitrag zur Abfallvermeidung leisten, berichtet Häuserns Bürgermeister Thomas Kaiser.

Vor gut drei Jahren hat eine Bürgerin die Idee aufgebracht, die Verschenkbörsen aus einer anderen Stadt kannte. Als sie das Haus ihrer Mutter ausräumen musste, trat sie mit einem entsprechenden Vorschlag an die Gemeinde heran. Er sei zunächst skeptisch gewesen, sagte Bürgermeister Kaiser „Aber warum nicht probieren?“, sei sein zweiter Gedanke gewesen, berichtet er.

Die Verschenkbörse funktioniert so: Wer etwas zu verschenken hat, meldet sich im Rathaus bei Renate Raetzke, die für die Organisation verantwortlich ist. In zwei oder drei Ausgaben des Amtsblatts wird der zu verschenkende Gegenstand mit der Telefonnummer des Anbieters unter der Rubrik Verschenkbörse veröffentlicht. Interessenten können sich dann direkt mit dem Anbieter in Verbindung setzen. Spätestens nach dreimaligem Erscheinen wird das Angebot nicht weiter veröffentlicht, bei entsprechender Mitteilung eines Anbieters aber auch eher.

Die Verschenkbörse werde gut angenommen, berichtet Renate Raetzke. Zwei bis sieben Angebote könne die Gemeinde regelmäßig bekanntgeben. In erster Linie werden Möbel, Gartenmöbel und Kinderspielsachen angeboten, aber auch Gegenstände aus Haushaltsauflösungen. Gelegentlich seien auch Fahrräder dabei, sagte sie. Und sie weiß aus Erfahrung: „Manche Gegenstände gehen sofort weg, andere gar nicht.“ Dass neue Gegenstände gefragter sind als alte, bedürfe aber wohl kaum der Erklärung. Über den Zuspruch zu dem Angebot sei er zu Beginn des Projekts sehr erstaunt gewesen, bekennt Bürgermeister Kaiser. Es sei ein Zuspruch, der bis heute anhält. An die Teilnehmer der Verschenkbörse hat Renate Raetzke aber einen Wunsch: Sie würde sich, wie sie sagt, über entsprechende Rückmeldungen freuen, sobald ein annoncierter Gegenstand verschenkt worden ist.