Weihnachten und Silvester werden auch in den USA ganz groß gefeiert. Der Christmas Day, der Tag der Bescherung, ist dort der 25. Dezember. Und an Silvester dürfen die Küsse unterm Mistelzweig nicht fehlen, erzählt Valerie Nyre. Die 62-Jährige ist in Los Angeles aufgewachsen und lebt seit ihrem zwölften Lebensjahr in Deutschland, aktuell in Häusern. Lebhaft erinnert sie sich an die Weihnachtszeit in ihrer Kindheit in Kalifornien.

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„Fiel mal Schnee, dann nur als Hauch“, erzählt sie, „wir mussten uns mit Kunstschnee und Kunstbäumen aushelfen.“ Das habe aber dem Feiern keinen Abbruch getan. „Für uns war Weihnachten vor allem ein Fest der Erzählungen, der Musik, des festlichen Essens und des Miteinanders“, sagt sie und erwähnt liebevoll ihre damals 70-jährige Tante Anna, die die Familie von Valerie Nyre, die im Sommer auf der Straße landete (Mutter und zwei Töchter) zu sich aufnahm und ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest schenkte. Die Musik und der Brauch des Singens in dieser Zeit sei für sie schon immer das Wichtigste gewesen, betont Valerie Nyre.

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Amerika sei ein Land mit vielen Nationalitäten – Einflüsse aus vielen Ländern haben Weihnachten in Amerika geprägt. Bräuche aus den Niederlanden, aus Deutschland, Irland oder aus England, wie zum Beispiel das „Carol Singing“, einer der ältesten Weihnachtsbräuche. Laienchöre hätten an Christmas Eve, an Heiligabend, Weihnachtslieder wie „We Wish You A Merry Christmas“ und andere festliche Weihnachtssongs gesungen und seien durch die Straßen gezogen, um von den Bürgern Spenden für einen wohltätigen Zweck zu sammeln.

Die Geschenke

Santa Claus bringt dort die Geschenke in der Nacht von 24. auf 25. Dezember. Er komme mit seinem Rentierschlitten angeflogen, rutsche durch den Schornstein und fülle die roten, am Kamin aufgehängten Socken. Die Bescherung begann in der Familie von Valerie Nyre dann immer gleich nach dem Aufstehen am Morgen des ersten Weihnachtstages.

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„Das Gabenschenken wird als eine Wiederholung gesehen von dem, was die Heiligen Drei Könige gemacht haben, als sie dem Christuskind Geschenke brachten“, erklärt sie. Ob die Kinder brav waren, wurde Santa Claus von einer Puppe berichtet, die ab November im Wohnzimmer saß.

Das Essen

Am Abend des 24. Dezember war ein großes Festessen wichtig, vor allem geprägt von Turkey (Truthahn) oder Ham, einem großen Schinken. Zum Nachtisch gab es Pancakes oder wie an Neujahr ein Kuchen mit einem Glückspfennig darin.

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Die Küsse unterm Mistelzweig dürfen auch in Amerika nicht fehlen. Er wurde über der Tür angebracht und unter ihm der oder die Liebste geküsst. Auch auf die große Kristallkugel, die an Neujahr am Times Square in New York langsam hinabgesenkt wird, weist Nyre hin. Der „Times Square Ball“ sei ein Zeitball, der alljährlich an Silvester auf dem Dach des New Yorker Wolkenkratzers One Times Square 43 Meter an einer Stange herabgelassen werde. Diese „Ball Drop“ genannte Zeremonie beginne 60 Sekunden vor dem Jahreswechsel und zähle dort zu den Höhepunkten von Silvesterfeiern.