Im Bereich des Naturfreundehauses in Häusern soll ein Wildnis­camp des Biosphärengebiets Schwarzwald entstehen. Dem Entwurf des Gestattungsvertrags zwischen der Gemeinde und dem Land, mit dem die rechtlichen Beziehungen geregelt werden, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag in der vorgelegten Form nicht zugestimmt. In der Kritik stand unter anderem die Instandhaltungs- und Müllbeseitigungspflicht.

Mit dem Wildniscamp soll insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit gegeben werden, den Schwarzwald in seiner Ursprünglichkeit zu erleben und die Natur zu allen Jahreszeiten kennenzulernen. Geplant sind drei Stelzenhäuser und ein Waldklassenzimmer, die auf einem Grundstück der Gemeinde errichtet werden sollen.

Die Kosten der erstmaligen Errichtung sowie die Unterhaltung für die Dauer von zehn Jahren trägt das Land, danach gehen die Einrichtungen in das Eigentum der Gemeinde über, so sieht es der Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Land, vertreten durch die Stabsstelle Biosphärengebiet Schwarzwald im Regierungspräsidium vor. Die Gemeinde stellt das für das Projekt benötigte Grundstück zur Verfügung, eine Nutzungsentschädigung ist nicht zu zahlen. So weit stimmten die Gemeinderäte zu.

Kritik gab es dagegen an der Verpflichtung der Gemeinde, das Waldklassenzimmer und die Stelzenhäuser sowie das Gelände für die Veranstaltungen in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und insbesondere für die Müllbeseitigung auf dem Areal zu sorgen, sofern diese nicht von einem Dritten oder dem Veranstalter übernommen wird. „Dieser Vertrag ist ziemlich schlecht“, sagte Gemeinderätin Monika Schwinkendorf. Man überlasse dem Biosphärengebiet das Grundstück ohne Nutzungsentschädigung, die Gemeinde könne nicht auch noch die Lasten übernehmen. Betreiber des Wildniscamps sei ausschließlich das Biosphärengebiet, daher müsse der Müll auch vom Veranstalter entsorgt werden, so ihre Argumentation.

So sah dies auch Sabine Gruhn, die darauf hinwies, dass sich diese Pflicht als ziemlich aufwendig erweisen könne. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Instandhaltung von Stelzenhäusern und Waldklassenzimmer erklärte Monika Grüninger, die Gemeinde übernehme zu viel Verantwortung. Bei Veranstaltungen habe er keine Zweifel daran, dass das Gelände ordnungsgemäß hinterlassen werde, sagte dagegen Bürgermeister Thomas Kaiser. Bedenken bestehen aber, da das Gelände jederzeit frei zugänglich sei.

Laut dem Vertragsentwurf übernimmt die Gemeinde auch die Haftung aus der umfassenden Verkehrssicherungspflicht als Eigentümerin, was Peter Schmidt als fraglich bezeichnete. Der Rathauschef machte deutlich, dass das Land die Verkehrssicherungspflicht nicht übernehmen könne. Die Gemeinde sei insoweit aber durch eine Haftpflichtversicherung abgesichert.

Unter den gegebenen Umständen vermochte der Gemeinderat dem vorgelegten Gestattungsvertrag nicht zuzustimmen. Mit den Verantwortlichen des Biosphärengebietes soll nun ein Gespräch über die Themen Müllbeseitigung und Verantwortung für den ordnungsgemäßen Zustand von Stelzenhäusern und Waldklassenzimmer geführt werden.