Bürokratie, Unsicherheit und fehlende Kontakte haben die vergangenen Monate ausgezeichnet, sagt Jutta Neisser, Leiterin des Kindergartens „Villa Kunterbunt“ in Häusern. Und auch die Arbeit mit den Kindern sei eine ganz andere gewesen. Trotz allem sieht sie optimistisch in die Zukunft.

„Wir machen aus der Situation das Beste, ohne die Kinder etwas spüren zu lassen“, sagt die Kindergartenleiterin. Und das war für sie und ihrer Kolleginnen mit großen Anstrengungen verbunden. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr musste ein Hygienekonzept erarbeitet werden. Beim Eintreffen der Kinder galt es zunächst einmal, Fieber zu messen, für die Kinder eine stressige Situation, so Jutta Neisser.

Eltern bleiben draußen

Die Eltern durften den Kindergarten nicht betreten, was aber auch sein Gutes gehabt habe, fährt sie fort. Denn so sei vielen Kindern der Abschied leichter gefallen, als wenn sich die Eltern zunächst in der Einrichtung aufhielten. Immer wieder mussten Hände und Flächen desinfiziert werden. Auch die Arbeit mit den Kindern sei eine andere gewesen. Die Gruppen blieben unter sich, die gruppenübergreifende Arbeit entfiel. Auf das sonst immer wichtige Singen musste ebenso verzichtet werden wie auf Sommerfest und Familienwanderung. Die Vorschulaktionen entfielen ebenfalls, Einschränkungen gab es auch bei Geburtstagsfeiern.

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Als beim erneuten Lockdown auch die Kindergärten geschlossen wurden, gab es für die Kinder zumindest noch eine kurzfristig improvisierte Weihnachtsfeier. Enorm war der bürokratische Aufwand, sagt Neisser. Den hatten die Erzieherinnen zusätzlich zu ihrer eigentlichen Arbeit zu bewältigen. Da galt es, sich mit den immer wieder neuen Corona-Verordnungen zu beschäftigen, offene Fragen zu klären und die Vorgaben auch kurzfristig umzusetzen.

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Viel Zeit nahm die Dokumentation gerade in der Zeit nach dem ersten Lockdown in Anspruch. Es galt, jeden Tag die gemessenen Temperaturen der Kinder sowie die erfolgten Desinfektionsmaßnahmen festzuhalten. Beispielsweise musste notiert werden, wenn die Kinder husten – sie mussten gegebenenfalls nach Hause geschickt werden. Wann muss ein Kind bei einer Erkältung oder Husten zum Arzt geschickt werden? Das sei immer eine unsichere Sache gewesen, die die Erzieherinnen belastete. Man habe sich immer bemüht, die bürokratischen Aufgaben nach Möglichkeit am Nachmittag zu erledigen, damit die Zeit für die Kinder nicht verloren gehe, sagte Jutta Neisser. Auf diese Weise seien viele Überstunden angefallen. Auf Fortbildungen und teambildende Maßnahmen mussten die Erzieherinnen verzichten. Besonders habe aber der Kontakt zu den Eltern gefehlt, bedauert Jutta Neisser.

Kinder muntern auf

Mitunter habe man angesichts der Situation den Spaß am Beruf verlieren können, sagt sie, aber die Kinder hätten alles wieder wettgemacht und die Erzieherinnen wieder aufgebaut. Das gesamte Team blickt laut Neisser trotz allem optimistisch in die Zukunft. „Wir machen das Beste aus der Situation“, erklärte Jutta Neisser stellvertretend für ihrer Kolleginnen.