Die Planungen für das Wildniscamp mit Waldklassenzimmer und Stelzenhäusern im Bereich des Naturfreundehauses, für das die Gemeinde das Grundstück zur Verfügung stellt, sind weit gediehen, es steht nun der Abschluss eines entsprechenden Gestattungsvertrages zwischen Gemeinde und Land an. Gegen den gab es in der Gemeinderatssitzung im Oktober Bedenken (wir berichteten). Diese konnte nun ausgeräumt werden, nachdem der Geschäftsführer des Biosphärengebietes Walter Kemkes in der Sitzung am Montag Näheres erläutert hatte.

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Keiner in der Runde habe etwas gegen das Projekt an sich, machte Gemeinderat Rainer Schwinkendorf deutlich. Das Gremium hatte allerdings Redebedarf in einigen Punkten, unter anderem wegen Müllbeseitigung und Sorge um den ordnungsgemäßen Zustand von Waldklassenzimmer und Stelzenhäusern.

Mit der Anerkennung des Biosphärengebietes sei ein Auftrag an die ganze Region verbunden, sich auf den Weg zu machen. Dazu gehöre auch die Entwicklung einer nachhaltigen Bildung. „Bei guter Infrastruktur rund um das Naturfreundehaus können wir das Projekt mit Ihnen umsetzen“, erklärte Kemkes einführend. Übernommen werde der laufende Unterhalt für vorerst zehn Jahre, da es sich um Holzbauten handele, „danach ist alles möglich“. Sichergestellt sei, dass die umstehenden Bäume regelmäßig von Spezialisten kontrolliert würden, die Bauten lasse man jährlich vom TÜV überprüfen.

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Nur die Versicherung sei Sache der Gemeinde, denn für diese sei es einfacher, die Verkehrssicherungspflicht abzusichern. Was das Thema Müll betreffe, sei dieses etwas missverstanden worden. Alle Gruppen müssten einen Nutzungsvertrag abschließen, in dem auch die Müllbeseitigung geregelt ist. Die in dem Gestattungsvertrag enthaltene diesbezügliche Regelung habe mehr deklaratorischen Charakter. Stefanie Müller-Schumann, Vorsitzende der Ortsgruppe Naturfreunde Waldshut, die das Naturfreundehaus betreibt, erklärte ergänzend, nach Beendigung der Nutzung kontrolliere der Hüttenwart das Gelände genau und habe dabei auch ein Auge auf die Müllbeseitigung, Probleme habe es noch nie gegeben. Mit den Nutzern des Wildniscamps werde der gleiche Vertrag wie mit den Naturfreunden geschlossen, so Kemkes, räumte aber ein gewisses, wenn auch geringes Restrisiko ein.

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Während der Veranstaltungen sei die Überwachung gewährleistet, wenn die Gemeinde zu anderen Zeiten gelegentlich nach dem Rechten sehe, sei dies machbar, machte sich Bürgermeister Thomas Kaiser für den Gestattungsvertrag stark. Was den ordnungsgemäßen Zustand der Bauten betrifft, erklärte Kemkes, für diesen werde gesorgt, hierfür sei die Gemeinde nicht verantwortlich. „Gemeinsam steht im Vordergrund“, betonte Thomas Schmid und nahm damit Bezug auf eine Äußerung des Ersten Landesbeamten Jörg Gantzer, der in der Sitzung gesagt hatte, die Region könne nur gemeinsam entwickelt werden. Im Zweifelsfall werde man gemeinsame Lösungen finden, zeigte sich Schmid überzeugt.

Interesse an Leuchtturmprojekt

Auch Gantzer hatte sich für das Wildniscamp stark gemacht, der Landkreis habe ein großes Interesse an diesem Leuchtturmprojekt. „Wir sind Biosphärengebiet, jeder muss einen kleinen Beitrag leisten“. Gantzer wies darauf hin, dass das Wildniscamp von jungen Menschen nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt besucht werde, sie lernten die Gegend kennen und viele kämen später mit ihren Familien wieder in die Region. Und Stefanie Müller-Schumann bezeichnete das Wildniscamp als Sechser im Lotto. Es gäbe nicht Besseres, um der Jugend die Natur zu zeigen. Nachdem die Bedenken ausgeräumt werden konnten, stimmte der Gemeinderat dem Gestattungsvertrag einstimmig zu.