Das Musizieren hat in Häusern eine lange Tradition, vor 140 Jahren ist der Musikverein gegründet worden. Die Planungen für eine große Feier waren schon weit fortgeschritten. Doch auch den Musikern machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Diese Zeitung beleuchtet die lange Geschichte, die schon vor der Vereinsgründung beginnt.

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Alte Aufzeichnungen berichten von öffentlichen Auftritten von Häuserner Musikern schon vor der Gründung des Musikvereins im Jahr 1880 durch acht Bürger. Finanzielle Gründe führten wenige Jahre später dazu, dass die 1889 gegründete Freiwillige Feuerwehr die Kapelle als Feuerwehrmusik übernahm.

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Während des Ersten Weltkriegs lagen die Instrumente ungenutzt im Schrank, aber anschließend musizierten die Mitglieder bald wieder. Bereits 1919 konnten das Fridolinsfest und das 30-jährige Stiftungsfest der Feuerwehr musikalisch gestaltet werden. Der stetige Aufstieg der Kapelle führte 1922 zur Gründung des eigenständigen Musikvereins Häusern mit 14 Mitgliedern. Fünf Jahre später erhielten die Musiker zur Feuerwehrkleidung eine eigene Uniform.

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Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Musikertätigkeit erneut, anschließend fanden sich die Musiker aber ebenfalls wieder zusammen. Die Chronik verzeichnet den ersten öffentlichen Auftritt von zwölf Aktiven in Jahr 1948 bei einer Fasnachtsveranstaltung der Feuerwehr. In demselben Jahr wurde der Musikverein auch wieder gegründet.

Neue Uniform

Unter anderem standen Kurkonzerte, Tanzabende, Theateraufführungen und Gästeabende auf dem Programm. 1952 erhielten die Musiker eine neue Uniform, 1964 erfolgte dann nach und nach die Einkleidung mit einer Schwarzwaldtracht. Die Musikerinnen trugen bis 1988 die Herrentracht, dann hatten die Kniebundhosen für sie ausgedient und wurden durch handbestickte Schwarzwaldtrachten ersetzt.

Das Probelokal

Ein Meilenstein für den Musikverein war der Bau des Probelokals, der im Jahr 1999 mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde begonnen wurde. Die Musiker packten kräftig mit an, 3100 freiwillige Arbeitsstunden leisteten sie in zehn Monaten. Im Juli 2000 wurde das Probelokal eingeweiht.

Die wiederkehrenden Feste

Seit langem schon ist das Fridolinskonzert der Höhepunkt des Vereinsjahres, traditionell wiederholen die Musiker es in Höchenschwand. Für die 47 Mitglieder, darunter acht Ehrenmitglieder, und ihren Dirigenten Thomas Villinger, der 1986 die musikalische Leitung der Kapelle übernahm, stehen darüber hinaus das alle zwei Jahre stattfindende Weihnachtskonzert am zweiten Weihnachtsfeiertag, die Teilnahme am Fasnachtsumzug und auswärtigen Fasnachtsumzügen als „Hasenmusik“, die Mitwirkung bei verschiedenen kirchlichen Anlässen, das Maiblasen, Auftritte bei verschiedene Festen in der näheren und weiteren Umgebung und einiges mehr an. Die Jungmusiker gestalten die Waldweihnacht musikalisch mit.

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Eine Partnerschaft mit der Schützengilde Essel bei Recklinghausen pflegen die Musiker aus Häusern seit dem Jahr 1980. Beim dortigen Schützenfest ist der Auftritt der Häuserer Musiker inzwischen ein fester Programmteil. Die Esseler Schützen sind ihrerseits immer wieder bei Umzügen in Häusern mit von der Partie.

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Die Corona-Pandemie hat nun die Aktivitäten des Musikvereins schlagartig gestoppt, sämtliche Auftritte wurden abgesagt. Auch die 140-Jahr-Feier fällt aus. Geplant war, diese im Rahmen des Blosmusik Feschtivals im Herbst mit einem Blasmusiktag mit Fest im Kur- und Sporthaus, Konzerten von Vereinen aus der Region, Schlachtplattenessen und Kindertraktorenrennen auszurichten. Die Jubiläumsfeier wird man auch nicht nachholen, sagte die Vorsitzende des Musikvereins, Nadine Zumkeller.

Auch wenn die Termine in diesem Jahr abgesagt wurden, probt man dennoch seit Juli wieder im Kur- und Sporthaus unter Beachtung der Hygienevorschriften. „Alle Musiker sind noch an Bord und sind froh, wieder miteinander musizieren zu können“, so die Vorsitzende.

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