Das Thema Windkraftanlagen auf dem Giesbacher Kopf stand zum wiederholten Mal auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Nach einer erneuten Erörterung, bei der der Projektleiter des Betreibers EnBW, Michael Pflaum, und Caren-Denise Sigg vom Landratsamt Rede und Antwort gestanden hatten, erteilte der Gemeinderat bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung das baurechtliche Einvernehmen zu den überarbeiteten und ergänzten Antragsunterlagen.

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Bereits Anfang des Monats hatte eine Bürgerversammlung mit ausführlichen Informationen des Betreibers und Vertretern des Landratsamtes zu den beiden auf dem Giesbacher Kopf geplanten Windenergieanlagen stattgefunden. Nun hatte der Gemeinderat zu der überarbeiteten Fassung des Antrages, die nicht den Standort und die Errichtung der Anlagen, sondern ausschließlich die Umweltauswirkungen betrifft, Stellung zu nehmen.

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Projektleiter Pflaum wiederholte seine bereits in der Einwohnerversammlung gemachten Ausführungen und betonte insbesondere, dass auch nach den neuen Richtlinien die Grenzwerte betreffend Schall eingehalten werden. Was die Ausgleichsflächen betrifft, ist im Staatswald nahe der Gemarkungsgrenze zu St. Blasien ein Waldumbau geplant. Lichtungen sollen aufgeschlagen werden, damit mehr Licht die Bodenvegetation fördert, eine Verbesserung des Lebensraumes für das Auerwild. Der Betreiber hofft, noch in diesem Jahr die Genehmigung für die Anlagen zu erhalten und diese 2021 in Betreib nehmen zu können.

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Zum Verfahrensstand erklärte Caren-Denise Sigg, dass derzeit noch nicht alle Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vorliegen. Auf die Frage von Bürgermeister Thomas Kaiser zu einer eventuell geringeren Höhe der Anlagen im Interesse der Bewohner von Althütte erklärte Pflaum, dies sei nicht vorgesehen. Auch wenn die Anlagen zehn Meter niedriger wären, seien sie auf jeden Fall sichtbar. Höher als geplant sollen die Anlagen aber nicht werden, so der Projektleiter auf eine weitere Frage des Rathauschefs. Sabine Gruhn stellte die Frage nach dem Umgang mit Ultraschall in den Raum. Solange keine Gesundheitsgefahr gesehen werde, sei der Ultraschall nicht zu berücksichtigen, sagte die Vertreterin des Landratsamtes. Sobald aber eine Gefahr bestünde, werde die Genehmigung zurückgenommen, es bestehe kein Bestandsschutz.

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Monika Schwinkendorf, die an der Einwohnerversammlung nicht teilgenommen hatte, warf anhand des Protokolls der Versammlung zahlreiche Fragen auf, die ihrer Meinung nach nicht beantwortet worden seien. Was den Brandschutz betrifft, liege die Stellungnahme des Kreisbrandmeisters noch nicht vor, sagte Caren-Denise Sigg. Es werde darum gehen, die Waldbrandgefahr zu minimieren, das Landratsamt könne aber in Hinblick auf den Brandschutz die Genehmigung nicht versagen, dies sei eine Aufgabe des Gesetzgebers.

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Was mögliche Sprengungen betrifft, seien diese unwahrscheinlich, falls sie aber erforderlich würden, werde man die Vorgaben beachten, so Pflaum. Was den Vorschlag von Monika Schwinkendorf, für die Lärmmessungen die Messwerte anderer Gemeinde beizuziehen, betrifft, erklärte Plaum, die Prognose sei genauer, da sie die aktuellen örtlichen Gegebenheiten berücksichtige. Bei eventuellen Überschreitungen der Grenzwerte seien Abschaltzeiten möglich. Für Eingriffe in das Landschaftsbild und damit eventuell verbundene Auswirkungen auf die Tourismus ist eine Ersatzzahlung zu leisten, anders könne man mit dem Thema nicht umgehen, räumte Caren-Denise Sigg ein. Was die Wirtschaftlichkeit betrifft, gehe man davon aus, die Anlagen wirtschaftlich betreiben zu können, erklärte Pflaum auf Frage der Gemeinderätin und ergänzte, es sei nicht erforderlich, im Antrag eine positive CO2-Bilanz nachzuweisen.

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Man habe sich eine halbe Stunde mit ihren Fragen beschäftigen müssen, hielt Patrick Bühler seiner Gemeinderatskollegin vor. Es wäre besser gewesen, sie wäre bei der Einwohnerversammlung anwesend gewesen, statt jetzt ihre Fragen zu stellen. Die Frage von Bürgermeister Kaiser, ob das Thema in ihren Augen ordnungsgemäß abgehandelt worden sei, bejahte Monika Schwinkendorf. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung erteilte das Gremium das Einvernehmen zu den ergänzten Antragsunterlagen.