40 Jahre im öffentlichen Dienst – in der Gemeinderatssitzung in Häusern ehrte Landrat Martin Kistler den „echten Schwarzwälder mit Haut und Haaren, Herz und Hirn“, den Häuserner Bürgermeister Thomas Kaiser, für seinen jahrzehntelangen Dienst.

„Das Ziel mit Bravour erreicht“, lautete das Fazit der Bürgermeisterstellvertreterin Sabine Gruhn. Sie nahm dabei Bezug auf ein Foto, das Thomas Kaiser in jungen Jahren bei einem Laufwettbewerb im Start- und Zielbereich zeigt. Und mit „Bilder sagen mehr als 1000 Worte“ fuhr sie fort und ließ die vergangenen 40 Jahre des Geehrten in Wort und Bild Revue passieren.

Als Anwärter zum Steuerassistenten beim Finanzamt Titisee-Neustadt trat Thomas Kaiser im Jahr 1978 seinen Dienst an und blieb dem Amt bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister in Jahr 1993 treu. Die Erfahrungen, die er dort gemacht habe, seien der Gemeinde sehr zugutegekommen, sagte Sabine Gruhn.

Vom Aldi-Markt bis zur Schwarza-Brücke

Als Meilensteine in Kaisers Amtszeit in Häusern nannte sie unter anderem die Tagespflege, die Ansiedlung des Aldi-Marktes, den Kreisverkehr, die beiden Kindergartenerweiterungen mit Einführung einer Krippengruppe, die Sanierung der Schwarza-Brücke und die Einführung der Schweizer Woche mit Holzhauerwettbewerb.

Das Verhältnis zwischen Bürgermeister und Gemeinderat bezeichnete Sabine Gruhn als sehr gut. Nach den Sitzungen treffe man sich noch zu „Nachsitzungen“, die der Rathauschef nicht gerade als Erster verlasse. „Wer zuletzt geht, über den redet man nicht“, warf Landrat Kistler lachend ein. Viel sei in der Vergangenheit schon erreicht worden, vieles stehe aber noch an, sagte die Bürgermeisterstellvertreterin und verweis auf die Ansiedlung des Rossmann-Drogeriemarkts und die Erweiterung des Schmidts-Markts. „Dir wird nicht langweilig werden“, zeigte sie sich an den Bürgermeister gewandt sicher.

„Das Ziel erreicht“ könne er nur unterschreiben, stimmte der Landrat seiner Vorrednerin zu. Häusern habe sich zu einem Hotspot in Landkreis entwickelt und habe weiteres Entwicklungspotenzial. Man spüre das überdurchschnittliche Engagement der Bürger, fuhr er fort.

Wenn der Landrat mit einem Esel über den Markt zieht

Den Geehrten bezeichnete der Landrat als „echten Schwarzwälder mit Haut und Haaren, Herz und Hirn“, der seine Ziele hartnäckig verfolge. Und eine Erinnerung an den Häuserner Rathauschef wird Kistler bis, wie er sagte, an sein Lebensende verfolgen: Der Moment, als ihm Thomas Kaiser beim Biosphärenfest mit einem breiten Grinsen den Strick eines unwilligen Esels in die Hand gedrückt habe, den er dann über den Markt habe führen müssen.

Bürgermeister Kaiser blickte dankbar auf die vergangenen vier Jahrzehnte zurück. Sein besonderer Dank galt dem ehemaligen Vorsteher des Finanzamts Titisee-Neustadt, Klaus Prüfer, der ihn sehr gefördert habe, so Kaiser. Als Bürgermeister habe er dann eine ganz andere Welt kennengelernt, fuhr er fort. Im Nachhinein sei es gut, dass er Rathauschef geworden ist, denn in dieser Funktion müsse er nicht nur verwalten, sondern könne auch gestalten. „Ich darf dienen“, sagte er. Im Gemeinderat habe man immer gute Lösungen gefunden, auch in finanziell problematischen Zeiten.

Kaisers Dank galt Gemeinderat, Mitarbeitern und Landratsamt, mit dem die Zusammenarbeit bestens funktioniere. Die größte Freude aber hätten ihm die Bürger durch die Wiederwahl mit großer Mehrheit für eine vierte Amtszeit gemacht, so der Geehrte abschließend.