Sogenannte Trekkingcamps haben sich in anderen Regionen bereits bewährt. Auch im Landkreis Waldshut soll es künftig derartige Lager für Wanderer entlang von Schluchtensteig und Albsteig geben. Klaus Nieke, beim Landratsamt für Tourismus zuständig, informierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung über das Projekt.

In anderen Regionen in Deutschland, unter anderem im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, werden diese Wandererlager bereits mit großem Erfolg betrieben. Rund 20 Prozent aller Wanderer an Fernwanderwegen sind mit dem Zelt unterwegs, das Naturerlebnis steht im Vordergrund, erklärte Nieke. Allerdings ist wildes Campen im Wald nicht erwünscht, Störung von Wildtieren und Gefährdung geschützter Flächen wären mögliche Folgen.

Eine Abhilfe könnten Trekkingcamps schaffen, die das Zelten im Wald legal ermöglichen, Natur- und Landschaftsschutzbelange berücksichtigen, eine touristische Angebotslücke schließen und die touristische Attraktivität der Region steigern. Die Camps mit maximal fünf Plätzen sind denkbar einfach ausgestattet, einziger Komfort ist eine einfache Komposttoilette. Eine Feuerstelle sollte vorhanden sein, ebenso Sitzmöglichkeiten (Baumstamm oder Bank), fließend Wasser in der Nähe wäre wünschenswert, eventuell können auch Holz zum Grillen und Aschentonnen zur Verfügung gestellt werden.

Betreiber des Camps ist die jeweilige Gemeinde, diese trägt auch die Kosten für die Errichtung, die Nieke auf 8000 bis 10 000 Euro bezifferte (1000 Euro Komposttoilette, 6000 Euro Toilettenhäuschen mit Fundament, etwa 1000 Euro Einebnen des Platzes, Mehrkosten bei Holzplattformen). Die Kosten sind zu 60 Prozent über den Naturpark förderfähig, die Förderfähigkeit über das Biosphärengebiet wird derzeit noch abgeklärt.

Darüber hinaus müsste die Gemeinde die Kosten für den Betreuer tragen, der unter anderem Platz und Komposttoilette sauber zu halten hat und bei Rückfragen erreichbar sein muss, erfuhren die Gemeinderäte.

Gebucht werden die Plätze über eine Buchungsplattform, die Koordinierungsstelle des Landratsamtes schließt auch den Vertrag mit dem Gast. Die genauen Standpunkte der Trekkingcamps werden nicht öffentlich bekannt gegeben, die Wegbeschreibung zum Camp erhält der Gast bei der Buchung.

Nieke bezeichnete die Trekkingcamps als Investition in die Zukunft, denn eine Wertschöpfung sei vorhanden, Einzelhandel und Gastronomie profitierten von den Trekkingtouristen.

Bürgermeister Thomas Kaiser brachte als möglichen Standort den Waldfrieden ins Gespräch, dort sei bereits eine Toilette vorhanden, sagte er. Diana Kaiser hielt einen Standort in der Nähe des Waldfreibades für geeignet.

Eine Entscheidung fiel an diesem Abend nicht, das Thema wird nun im Kurausschuss und zu einem späteren Zeitpunkt im Gemeinderat diskutiert. Zu viel Zeit lassen darf man sich aber nicht, denn der Zeitplan des Landratsamts sieht die Stellung der Förderanträge im November dieses Jahres vor, im Sommer 2019 könnten die Camps dann eröffnet werden.