Die Planungen für den Ruhewald im Bereich Rotreute nehmen Fahrt auf. Nachdem die Gemeinde die entsprechenden Flächen erworben hat, stand am Montag eine Vorberatung über die Rahmenbedingungen für das Anlegen und den Betrieb eines Ruhewaldes auf der Tagesordnung des Gemeinderates.

Ruhewald liegt im Trend

Die Bestattung in Ruhewald liegt im Trend, sagte Bürgermeister Thomas Kaiser. Dem will die Gemeinde mit dem Anlegen eines Ruhewaldes im Bereich Rotreute Rechnung tragen und hat rund 2,5 Hektar Gelände erworben, davon rund die Hälfte Wald. Das Gelände wurde inzwischen zur Vorbereitung des geplanten Ruhewaldes durchforstet. Nun gelte es, die Bäume genau aufzunehmen und mit Nummern zu versehen, auch neue Bäume sollen gepflanzt werden, hieß es in der öffentlichen Sitzung.

Warten auf Genehmigung

Der Revierförster regte an, noch einige Fichten zu entfernen. Nur die starken Bäume sollten zunächst als Ruhebäume genutzt werden, so der Vorschlag von Bürgermeister Thomas Kaiser. Der Rathauschef hat inzwischen mit dem Landratsamt Kontakt aufgenommen, eine Genehmigung werde voraussichtlich erteilt, sofern weitere Voraussetzungen (zum Beispiel eine Satzung) erfüllt sind, erklärte er. Darüber hinaus hat Kaiser Informationen bei einigen Gemeinden über deren Erfahrungen mit Ruhewäldern eingeholt und Satzungen eingesehen.

Über die Einzelheiten dieser Satzung machte sich der Gemeinderat nun Gedanken. Dabei gab es viele Punkte zu beachten, unter anderem der Name des Ruhewaldes, Verkauf der Bäume oder Verleihung von Nutzungsrechten, Nutzungsrechte anlässlich eines Sterbefalls oder auch im Voraus, Ruhezeit, Bestattung nur von Einheimischen oder auch von Auswärtigen, Zahl der Urnen pro Baum, das Anlegen von Fuß- und Fahrwegen und einiges mehr.

25 bis 30 Jahre Nutzungsrecht

Darüber, dass die Bäume nicht verkauft, sondern ein Nutzungsrecht gewährt werden soll, waren sich die Ratsmitglieder einig. Was die Dauer des Nutzungsrechtes betrifft, sind 25 bis 30 Jahre, gegebenenfalls mit der Möglichkeit der Verlängerung, konsensfähig. Pro Baum könnten acht bis zwölf Urnengräber angelegt werden, sagte Bürgermeister Kaiser.

Was Reservierungen betrifft, sollten diese nur für Ehepartner möglich sein, sagte Monika Grüninger. Da es sich um eine Bestattung in der Natur handelt, solle auf Grabschmuck, Kerzen, Grabsteine und Ähnliches verzichtet und an den Bäumen lediglich kleine Tafeln mit dem Namen des Gestorbenen, Geburts- und Sterbedatum angebracht werden.

Bestattung Auswärtiger?

Die Frage, ob der Ruhewald auch für die Bestattung Auswärtiger zur Verfügung stehen soll, diskutierten die Gemeinderäte kontrovers: Patrick Bühler und Bürgermeister Thomas Kaiser sprachen sich dafür aus, Bedenken äußerte Monika Schwinkendorf. Sie befürworte keinen Beerdigungstourismus, sagte sie. Im Übrigen sei sie nur „verhalten begeistert“ vom Anlegen eines Ruhewaldes, fuhr die Gemeinderätin fort, da dieser eine Konkurrenz zu den vorhandenen Bestattungsformen darstelle.

Gehwege

Ein großes Thema war die Infrastruktur. Parkplätze stehen an der rund 800 Meter entfernten Wittlisberger Kapelle zur Verfügung. Für Personen, die den Ruhewald nicht selbst zu Fuß erreichen können, soll es Fahrmöglichkeiten geben, erklärte Bürgermeister Thomas Kaiser. Gedenkfeiern könnten in der Wittlisberger Kapelle oder am Bildstöckle nahe des Ruhewaldes stattfinden.

Als optimistisch bezeichnete Peter Schmidt die Erwartung, dass der Parkplatz genutzt wird, er befürchtet, dass bis zum Ruhewald gefahren wird. Im Ruhewald selbst soll es eine Sitzgelegenheit geben, von der aus man auf kurzen Wegen die Bäume erreicht, regte der Rathauschef an. Dafür, die Wege auf das Notwendigste zu beschränken, sprach sich auch Schmidt aus.

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