Über die Erhöhung der Elternbeiträge für den Kindergarten denkt man in Häusern schon länger nach. In seiner Sitzung am Montag machte der Gemeinderat nun Nägel mit Köpfen: Die Beiträge für Kinder über drei Jahren steigen geringfügig, die Beiträge für Kinder unter drei Jahren werden in zwei Schritten deutlich erhöht.

Schon seit Längerem kam im Gemeinderat immer wieder die Notwendigkeit einer Anpassung der Elternbeiträge zur Sprache. Dies nicht zuletzt in Hinblick auf die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens, die unter anderem durch Mittel des Ausgleichsstocks finanziert wurde.

Bei der Entscheidung über eventuelle Investitionshilfen und deren Höhe sei es sehr wichtig, ob die Gemeinde ihre eigenen Einnahmequellen voll ausschöpfe, sagte Bürgermeister Thomas Kaiser. Ein Gremium aus Vertretern der Kirchen und des Gemeindetages gibt regelmäßig Empfehlungen zur Höhe der Elternbeiträge für Kindergärten. Diese sehen eine Kostendeckung durch Elternbeiträge in Höhe von 20 Prozent vor. In Häusern liegt die Kostendeckung derzeit bei 13 Prozent, erläuterte die Gemeindeverwaltung.

Daher beschoss der Gemeinderat nun eine Angleichung der Elternbeiträge unter Beibehaltung des Badischen Modells, nach dem die Staffelung der Gebühren nach der Zahl der Kinder einer Familie erfolgt, die den Kindergarten gleichzeitig besuchen (das württembergische Modell sieht eine Staffelung nach Anzahl der Kinder unter 18 Jahren vor).

Erhöhung soll in zwei Schritten erfolgen

Einig war man sich, die Elternbeiträge für das erste Kind einer Familie, das älter als drei Jahre ist, von 92 auf 95 Euro und für das zweite Kind, das den Kindergarten gleichzeitig besucht, von 49 auf 51 Euro im Monat zu erhöhen. Das dritte Kind bleibt gebührenfrei.

Einig war man sich im Rat auch, den Beitrag für das erste Kind unter drei Jahren von bisher 180 auf 230 Euro und für das zweite Kinde, das den Kindergarten gleichzeitig besucht, von 158 auf 200 Euro zu erhöhen, wie es von der Verwaltung vorgeschlagen worden war. Dies entspricht einer Erhöhung von rund 28 Prozent. Bürgermeister Thomas Kaiser hatte angeregt, die Erhöhung in zwei Schritten, zum 1. September und nach einem weiteren Jahr vorzunehmen. Das Gremium stimmte zu.

Zum Beginn des neuen Kindergartenjahres werden die Gebühren für das erste Kind unter drei Jahren auf 205 Euro und für das zweite Kind auf 179 Euro erhöht. Ab dem 1. September 2020 werden die Gebühren dann 230 beziehungsweise 200 Euro betragen. Für ein Gastkind werden zehn Euro pro Tag fällig, die Gebühr für die Betreuung von Grundschüler liegt künftig bei 30 Euro im Monat (bislang 25 Euro).

Der Vorschlag von Monika Grüninger, die Gebührenerhöhung angesichts der Urlaubszeit Anfang September und der mit einem Urlaub verbundenen Kosten auf jeweils den 1. Oktober zu verschieben, fand keine Mehrheit. Bürgermeister Kaiser wies auf den Beginn der Kindergartenjahres am 1. September hin. Angesichts dieser Kostenerhöhung wird der Kostendeckungsbeitrag bei 17 bis 18 Prozent liegen, erklärte der Rathauschef auf Frage von Patrick Bühler. Der Gemeinderat wies auf die Notwendigkeit hin, darauf aufmerksam zu machen, dass die Gemeinde mit dem Kindergarten einen Verlust schreibe. Dies sei nicht überall bekannt, hieß es.