Am Dienstag begrüßte Bürgermeister Thomas Kaiser die jungen Teilnehmer, die in dieser und der nächsten Woche an der Gestaltung der Außenanlage des Kindergartens mitarbeiten. Fleißig sind die jungen Leute am Dienstagvormittag bei der Arbeit. Es gilt, eine Wasser-Sand-Spiellandschaft im Außenbereich des Kindergartens anzulegen, ein für Kindergärten wichtiges Element, sagte Landschaftsarchitekt Christian Burkhard. Das mittels einer Pumpe zutage geförderte Wasser läuft in Serpentinen in eine Sandgrube.

Die Stelen für die Serpentinen stehen bereits, in Kürze will man damit beginnen, die Kehrschleifen auszupflastern. „Ihr müsst die Pflastersteine angucken, wie sie zusammenpassen“ gab Burkhard den jungen Leuten mit auf den Weg. Und: „Nie den Daumen so“ machte der Fachmann deutlich, wie es nicht geht, mit Hammer und Daumen hat er selbst schon unerfreuliche Erfahrungen gemacht. Und wenn die Spielanlage fertiggestellt ist und noch Zeit bleibt, werden die jungen Leute auch noch die Bepflanzung in Angriff nehmen. Pflanzen? Da strahlte Clara aus Tschechien.

Mit von der Partie sind immer auch die Mitarbeiter der Firma Woll, allen voran Meister Nicolai Weber, die mit der Außengestaltung des Geländes beauftragt ist. Die Workcampteilnehmer, überwiegend Studenten, Schüler und Schulabsolventen, sind zumeist mit Flugzeug und Bus angereist. Nur Gruppenleiter Marco (Italien) kam zu Fuß von Titisee, bei Lenzkirch hatte er im Wald übernachtet. Gesprochen wird im Workcamp überwiegend Englisch, auch wenn einige der Teilnehmer ein wenig Deutsch sprechen. Richtig gut beherrscht Bilge aus der Türkei die Sprache, die sie in der Schule gelernt hat. Und das Üben der deutsche Sprache war einer der Gründe für sie, an einem Workcamp in Deutschland teilzunehmen. Zudem wolle sie ein Abenteuer erleben und Leute kennenlernen, fuhr sie fort. Die Menschen in Häusern seien sehr nett. Als sie bei der Anreise das Naturfreudehaus, in dem die jungen Leute untergebracht sind, nicht habe finden könne, habe sie jemand hingefahren.

Die beiden Claras aus Tschechien und der Kanadier Samuel sind ein gutes Team.
Die beiden Claras aus Tschechien und der Kanadier Samuel sind ein gutes Team. | Bild: Christiane Sahli

Samuel aus Kanada mag Deutschland und er will Deutsch lernen. Marco war schon mehrmals in Deutschland, zuletzt arbeitete er im Winter auf dem Feldberg. Eines bestätigten die Teilnehmer übereinstimmend: Das Klima in der Gruppe ist super, neben der gemeinsamen Arbeit – gearbeitet wird meist in der Zeit von 8 bis 15 Uhr – stehen gemeinsame Freizeitaktivitäten an.

Am Sonntag besuchte man das Badeparadies in Titisee, am Dienstag wurden die jungen Leute von einem Bootsverleiher zu einer Bootsfahrt auf dem Titisee eingeladen. Und am Abend wird gechillt, gespielt und Musik gehört. Das Angebot von Bürgermeister Thomas Kaiser, für das WM-Spiel Deutschland-Mexiko einen Fernseher zur Verfügung zu stellen, stieß jedoch bei den beiden jungen Mexikanern auf wenig Gegenliebe, sie haben kein Interesse an Fußball. Die Bevölkerung von Häusern nimmt Anteil an dem Workcamp, so werden beispielsweise Kuchen für die jungen Leute gebacken. Und der „Schmidt’s Markt“ sorgte an dem warmen Dienstag mit Eis für Abkühlung, bevor sich die Teilnehmer am Mittag über die vom Bürgermeister spendierte Pizza hermachten.

Der Rathauschef hofft, dass sich die Bürger auch weiterhin für das Workcamp, insbesondere in Sachen Freizeitgestaltung, engagieren. Und auch Kuchen sind natürlich auch immer willkommen.