„Landleben 4.0“ heißt eine Reihe des SWR, in der das Landleben der Zukunft in ländlichen Gemeinden in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz angesichts des demografischen Wandels beleuchtet wird. Im vergangenen Jahr war ein Filmteam an mehreren Tagen in Häusern, Redakteurin Mia Funk stellte nun die 45-minütige Dokumentation in Häusern vorab vor und beantwortete Fragen von Besuchern zur Entstehung des Films.

Wie überleben Dörfer im Zeichen des demografischen Wandels? Was können sie unternehmen, um ihm zu trotzen? Gibt es zukunftsweisende Projekte einzelner Dörfer, die andere übernehmen können? Das sind nur einige Fragen, denen der SWR in seiner Dokumentationsreihe „Landleben 4.0“ nachgeht.

„Häusern passt in keine Schublade“, sagte Redakteurin Mia Funk. Häusern erfinde sich neu, heißt es denn auch in der Dokumentation. Was tun, wenn der Schnee ausbleibt und die Übernachtungszahlen deutlich zurückgehen? Einst umstritten, jetzt angenommen: Der Aldi-Markt mit dem Kreisverkehr, der den Verkehr ausbremsen oder gar zum Halten animieren solle, heißt es in der Dokumentation. Ein Plan, der zum Erfolg geführt habe, die Übernachtungszahlen seien wieder gestiegen.

Anrührend war das Schicksal einer an Demenz erkrankten alten Frau und ihres pflegenden Ehemanns, dem durch die Betreuung seiner Ehefrau in der Tagespflege vieles erleichtert wird. Vorgestellt wurden darüber hinaus der Texaner, der mit seiner Ehefrau eine Kunstgalerie eröffnet hat, und der Inhaber des Tattoo-Studios, der sich trotz der Lage nicht über einen Mangel an Kundschaft beklagen kann.

Viel Raum nahm der Bericht über eine junge Heimkehrerin ein, die mit ihrem spanischen Ehemann nun ein Restaurant mit spanisch-badischer Küche führt, um auch junge Menschen anzulocken. Anhand der jungen Familie mit drei kleinen Kindern wurde zudem aufgezeigt, wie der Spagat zwischen Familie und Beruf gelingt.

Mia Funk im Gespräch mit den Zuschauern in Häusern.
Mia Funk im Gespräch mit den Zuschauern in Häusern. | Bild: Christiane Sahli

Über einen, wie es Mia Funk sagte, Solitär (Edelstein), verfügen die Gemeinden Häusern und Höchenschwand: Das Waldfreibad. Allerdings, das zeigte der Film auf, fehlt es hier an Werbung, wie auch ein älteres Ehepaar in dem Freibad feststellte. Zudem wurde die „Rentnergang“, die sich im Ort engagiert, vorgestellt, die Helfer kamen ebenso zu Wort wie einige weitere Häuserner. Das Fazit des Films: „Die Veränderung eines Dorfes entsteht nicht aus einem Masterplan, man muss etwas ausprobieren.“

An neun Tagen im August, Oktober und November 2017 war das Filmteam vor Ort, es wurden rund zehn Stunden Filmmaterial aufgenommen, aus denen die 45-minütige Dokumentation entstand. „Fernsehen ist leichter als es zu machen“, sagte die Redakteurin auf die Frage nach der redaktionellen Arbeit. Die Suche nach Themen, Recherchen zunächst inkognito, später dann auch „offiziell“ vor Ort, Schreiben des Drehbuchs, das aus der Feder von David Spaeth stammt, Filmaufnahmen, Schnitt, gegebenenfalls Änderungen, Sprachaufnahmen und vieles mehr nimmt viel Zeit in Anspruch, erklärte Mia Funk. Das Filmteam nutzte auch eine Drohne, deren Einsatz zwar aufwendig sei, aber heute einfach dazugehöre, fuhr sie fort. Entstanden sind mit diesem fliegenden Kamera-Roboter beeindruckende und stimmungsvolle Aufnahmen aus einer ganz anderen Perspektive. Als eine tolle Werbung, nicht nur für Häusern, sondern auch für die ganze Region und den ländlichen Raum, bezeichnete eine Zuhörerin im Saal die Dokumentation, sie sei begeistert.

Die Dokumentation ist am Freitag, 6. April, um 21 Uhr im SWR-Fernsehen zu sehen.