Ein Plus von knapp 13.200 Euro weist der Vollzug des Forstwirtschaftsplanes des vergangenen Jahres aus. Für dieses Jahr rechnet Revierförster Roland Behringer mit roten Zahlen, sein Bewirtschaftungsplan, den er in der Gemeinderatssitzung am Montag vorstellte, schließt mit einem Minus von knapp 9000 Euro.

Rund 1300 Festmeter Holz wurden im vergangenen Jahr aufgearbeitet, „fast kein Bengel planmäßig“, sagte Behringer, fast alles sei Käferholz gewesen. Erlöse wurden in Höhe von rund 73.750 Euro erzielt, wobei die Holzernte mit 72.000 Euro zu Buche schlug. Dem gegenüber stehen Kosten in Höhe von knapp 60.600 Euro, die Kosten der Holzernte bezifferte Behringer auf rund 44.140 Euro, die Kosten der Verwaltung für den Nichtstaatswald auf 9322 Euro.

Die Gesamtkosten für einen Hektar liegen bei knapp 421 Euro, die für den Erntefestmeter bei 45,50 Euro. Stark zurückgegangen ist in den vergangenen Jahren der Ertrag pro Erntefestmeter erntekostenfrei, also das, was für den Waldbesitzer übrig bleibt. Waren es im Jahr 2011 noch über 40 Euro, ging der Ertrag in 2019 auf zehn Euro zurück.

Große Schäden durch „Sabine“

Behringers Nutzungsplan sieht 1100 Erntefestmeter vor, aber ob man dies halten könne, sei nicht klar, denn: „Katastrophen kann man nicht planen“. Und so hatte vor kurzem Orkantief Sabine „einiges hingeknallt“. Der Orkan hat dem Förster einen Strich durch die Rechnung, das angefallene Käferholz bis April aufzuarbeiten, gemacht.

Die Tatsache, dass, wie der Revierförster sagte, Käferholz keinen Preis mehr auf dem Markt hat, machte sich in dem Bewirtschaftungsplan bei den Erlösen bemerkbar. Dieser weist nur noch Erlöse in Höhe von 38.500 Euro aus. Was derzeit ablaufe, sei schlimmer als nach Orkan „Lothar“ vor 20 Jahren, so Behringer.

Bei Kosten von knapp 47.400 Euro sei mit einem Minus von knapp 9000 Euro zu rechnen, erfuhren die Ratsmitglieder. Revierförster Roland Behringer zeigte ein Foto aus der Präger Region mit einem Hang mit abgestorbenen Bäumen. Wenn es in Häusern auch so weit komme, sei man schnell nicht nur bei einem Minus von 9000 Euro, sondern von 90.000 Euro, befürchtete er.

Was den Klimawandel betrifft, erklärte Behringer, wenn es so weitergehe, könne man die Fichte, die in Häusern 78 Prozent der Bäume ausmache, vergessen. Man brauche andere Baumarten, die Zeiten des Waldes als reiner Wirtschaftswald seien vorbei. Und: Der Waldumbau lasse sich nicht in 30 Jahren bewerkstelligen.

Zur Borkenkäferproblematik erklärte Behringer auf Frage von Thomas Schmid, das Spritzen sei derzeit politisch nicht machbar. Muss man sich an rote Zahlen gewöhnen? Wäre es denkbar, das Holz einfach liegenzulassen? Die Frage von Peter Schmidt beantwortete Behringer dahingehend, es sei angedacht, bestimmte Flächen aus der Bewirtschaftung herauszunehmen. Angesichts des Betretungsrechts des Waldes berge dies aber auch verkehrsrechtliche Probleme.

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