Informationen über aktuelle Projekte und Förderanträge standen beim Treffen zum Biosphärengebiet Südschwarzwald in Häusern auf der Tagesordnung. In einem „World Café“ hatten Interessenten Gelegenheit, sich in kleinen Gruppen zu neun verschiedenen Themen einzubringen und sich über mögliche Projekte Gedanken zu machen.

Die Idee eines „World Cafés“ ist es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Mit einer derartigen Veranstaltung bieten die Einladenden unter professioneller Anleitung einen Raum, um die verschiedenen Sichtweisen auf – und verschiedene Herangehensweisen an ein Thema voneinander kennenzulernen, definiert ein Internetlexikon. Unter der Leitung überwiegend von Mitarbeitern der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets diskutierte man in Gruppen von bis zu zwölf Personen über die Themen Artenschutz, Moorschutz, stabile Waldbestände in Zeiten des Klimawandels, Offenhaltung der Landschaft, Regionalvermarktung, nachhaltige Mobilität, Bürgerplattform, Dorfladen in Wies und Bestandsanalyse der Kulturangebote. Auf den Tischen lagen vorgefertigte Zettel aus, auf denen die Teilnehmer, Ansprechpartner, Umsetzungsmöglichkeiten von Projekten, benötigte Mittel sowie Termine und Orte für weitere Arbeitstreffen notiert werden konnten.

In Sachen nachhaltige Mobilität stand eine Mitfahrapp in der Region zur Diskussion. Befürchtet wurden allerdings psychologische Widerstände gegen Mitfahrgelegenheiten im ländlichen Raum. Und: Der finanzielle Aufwand für eine derartige App sei zu groß, war man sich einig. Wichtig ist aber nach Ansicht der Teilnehmer die Werbung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Diese könne, so ein Vorschlag, mit Angeboten im Biosphärengebiet verbunden werden. Auch das Angebot zum Erstellen individueller Fahrpläne wurde als Möglichkeit zur Stärkung des ÖPNV ins Gespräch gebracht. Informieren will man sich über Kleinbusse mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb, in der Gemeinde Aitern (Landkreis Lörrach) soll die Einrichtung eines Ruftaxis mit umweltfreundlichem Antrieb geprüft werden.

Mit den Thema Dorfladen beschäftigten sich gleich zwei Arbeitsgruppen. Dieter Miss berichtete über seine Erfahrungen mit dem Dorfladen in Wies. Man müsse einen langen Atem haben, bis ein derartiges Projekt Früchte trage, so seine Erfahrung. Hans Peter Kempkes, der bereits bei der vorangegangen Informationsveranstaltung über die Möglichkeiten einer Bürgerplattform referiert hatte, und seine Mitstreiter machten sich nicht nur über Bürgerplattformen als Mittel, um Mitstreiter für Projekte zu finden, Gedanken. In Sachen Dorfladen will man künftig konkret weiterarbeiten, ein Newsletter und ein kleiner Webshop könnten zur Steigerung der Attraktivität beitragen, so erste Ideen.

Die Regionalvermarktung wurde anhand des Konzepts einer Marktscheune erörtert. Das Angebot hochwertiger Produkte wurde für unerlässlich gehalten, auch Erlebnisgastronomie, wie beispielsweise ein dem Projekt angeschlossener Streichelzoo, wurde ins Gespräch gebracht. Im Sachen Kultur ist eine Ergänzung des Veranstaltungskalenders des Biosphärengebiets um Konzerte, Theateraufführungen und Museen erwünscht, so die Ergebnisse der Teilnehmer. In einigen der Gruppen wurden weitere Treffen ins Auge gefasst, um angedachte Projekte in Angriff zu nehmen, die Gründung einer Arbeitsgruppe Privatwald ist beschlossen.