Angesichts der laufenden Umbauarbeiten des Kindergartens in Häusern hatte der Gemeinderat auf eine Gebührenerhöhung verzichtet. Ab dem kommenden Kindergartenjahr werden die Eltern aber tiefer in die Tasche greifen müssen, beschloss das Gremium in seiner jüngsten Sitzung. Die Gebührererhöhung liegt bei acht Prozent für Kinder über drei Jahren und bei neun Prozent bei Kinder unter drei Jahren.

Bereits im vergangenen Sommer war der Gemeinderat übereingekommen, die Gebühren für das Kindergartenjahr 2018/2019 zu erhöhen. Aufgrund der mangelnden Leistungsfähigkeit der Gemeinde wurden für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Mittel aus dem Ausgleichsstock gewährt. Bei der Entscheidung über Investitionshilfen und deren Höhe spiele die Frage, ob die Gemeinde ihre eigenen Einnahmequellen wie die Kindergartengebühren in voller Höhe ausschöpfe, eine wichtige Rolle, hatte Bürgermeister Thomas Kaiser damals betont. Die finanzielle Lage der Gemeinde müsse weiter im Auge behalten werden, mahnte er nun erneut an, nicht zuletzt im Hinblick auf höhere Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten infolge der Erweiterung sowie steigende Personalkosten. Um eine Erhöhung der Elternbeiträge kommt man nun nicht mehr herum.

Zur Diskussion stand die Frage nach der Beibehaltung des „Badischen Modells“, bei dem bei der Berechnung der Gebühren nur die Kinder einer Familie, die gleichzeitig den Kindergarten besuchen, berücksichtigt werden. Alle Kinder unter 18 Jahren einer Familie werden beim „Württembergischen Modell“ für die Berechnung der Elternbeiträge herangezogen. Rechnungsamtsleiter Martin Mauer hatte anhand der derzeitigen Kinderzahlen eine Vergleichsrechnung zwischen den Gebühren bei Anwendung der verschiedenen Modelle angestellt. Sein Fazit: Bei Zugrundelegung des „Württembergischen Modells“ ist mit um acht Prozent höheren Gebühren bei den Kindern über drei Jahren und um neun Prozent höheren Gebühren bei Kindern unter drei Jahren zu rechnen. Die Verwaltung hatte angeregt, das „Badische Modell“ beizubehalten, den Gebührensatz aber entsprechend Maurers Berechnungen dem Württembergischen Modell anzupassen. Ein Vorschlag, den das Gremium einhellig billigte und den Elternbeitrag wie folgt festsetzte: Für das erste Kind über drei Jahre: 92 Euro pro Monat (bisher 85 Euro). Für das zweite Kind über drei Jahre, das den Kindergarten gleichzeitig besucht: 49 Euro (45 Euro). Das dritte Kind über drei Jahre bleibt gebührenfrei. Für das erste Kind unter drei Jahren: 180 Euro (165 Euro). Für das zweite Kind unter drei Jahren, das den Kindergarten gleichzeitig besucht: 158 Euro (145 Euro). Gastkind: 10 Euro pro Tag (unverändert). Betreuung von Grundschülern: 25 Euro pro Monat (unverändert).