Zu einer ungewöhnlichen Gemeinderatssitzung trafen sich die Mitglieder des Gremiums, die derzeit nicht im Urlaub sind, am Montag auf einem Grundstück im Gewann „Schönenbach“ beim Bildstöckle. Dort soll möglicherweise ein Ruhewald eingerichtet werden. Bestattungen in der Natur seien ein Trend, erklärte Bürgermeister Thomas Kaiser, daher sei es gut, wenn die Gemeinde ein entsprechendes, seriöses Angebot habe.

Antrag wird beim Landratsamt gestellt

Mit einer Enthaltung stimmten die Ratsmitglieder nach ihrer Beratung zwischen Gräsern und Bäumen dafür, einen entsprechenden Antrag beim Landratsamt zu stellen und Gespräche mit dem Grundstückseigentümer zu führen. Dieser wäre grundsätzlich bereit, die Fläche an die Gemeinde Häusern zu verkaufen. „Abseits und doch nicht“, nannte Bürgermeister Thomas Kaiser die Fläche oberhalb des Bildstöckles, die voller junger Bäume und Büsche steht. Auch ein unterhalb gelegenes Stück voller Nadelbäume soll mit erworben werden.

Zunächst Fläche von 3000 Quadratmetern

Das vorgesehene Gelände liege nicht direkt am Weg, sei aber dennoch auch für ältere Bürger gut zu erreichen. Das mit eingeschlossene Bildstöckle biete zudem einen würdigen Ort für Angehörige der Verstorbenen. Die Erschließung des Ruhewaldes solle von der Wittlisberger Kapelle her erfolgen, dort gebe es auch Parkplätze, erklärte Kaiser. Mit diesen rund 3000 Quadratmetern möchte die Gemeinde das Projekt Ruhewald beginnen, 2000 weitere Quadratmeter sollen von der anliegenden Wiese als Erweiterungsfläche dazugekauft werden. Bis sie benötigt wird, soll der Landwirt, der sie aktuell mäht, weiter nutzen können.

Weitere Beratungen zunächst nichtöffentlich

Auf dem Gelände, mit dem begonnen werden soll, muss der Wildwuchs entfernt werden. Gemeinderat und Förster Roland Behringer rechnet mit rund 30 Arbeitsstunden für den Bauhof, zusätzlich müsse dieser auch einen Weg auskoffern und schottern. Die Schilder mit den Namen der Verstorbenen, so schlug Gemeinderätin Diana Kaiser vor, könnten zunächst auch an eigenen Pfosten angebracht werden, wenn die Bäume noch zu klein seien. Der Antrag wird nun erst einmal gestellt, in der nächsten Gemeinderatssitzung soll es – zunächst nichtöffentlich – konkreter um Planung und Kosten gehen. Das Projekt müsse wachsen, sagte der Bürgermeister und zeigte sich erfreut über diesen ersten Schritt.