„Fremde Begegnung“, ein Jugendtheaterstück für Zuschauer ab dem Schulalter mit Musik und Gesang der Freudekids vom Theaterverein Zeitschleuse in Ühlingen-Birkendorf kommt am Samstag, 14. April, ins Kur- und Sporthaus nach Häusern. Bei dem von jungen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten im Alter von vier bis 14 Jahren aufgeführten Stück geht es um ein ernstes Thema. Vorstellungsbeginn ist um 17 Uhr, Einlass ist ab 15.30 Uhr es gibt Bewirtung.

Es dreht sich um die Flüchtlingspolitik, ein Thema, das der Regisseurin und Vorsitzenden des Theatervereins, Corinna Vogt, auf der Seele brennt. Schon während der langjährigen Arbeit am Freilichttheater „Im Wind der Zeit“ zur 1200-Jahrfeier in Ühlingen habe sie gewusst, dass sie sich danach in der Flüchtlingsarbeit engagieren wolle. Auch für die jungen, einstigen Darsteller stand fest: Sie wollten weiterspielen.

In ihr reifte schließlich der Gedanke, Theaterarbeit mit Flüchtlingsarbeit zu kombinieren. Sie bat ihre Mutter, die Autorin Erika Buhr aus Todtmoos, um ein entsprechendes Skript. Diese packte in ihre Geschichte eine Schulklasse, die das Flüchtlingsheim im Dorf besuchen möchte, um den Kindern dort Spielsachen zu bringen und Kontakte zu knüpfen. Die Klassengemeinschaft spaltet sich. Da sind diejenigen, die unbefangen auf die anderen zugehen möchten, sich kennenlernen und Freundschaften schließen möchten, aber auch jene, die sich gegen die Idee stemmen.

„Zu Beginn der Entstehung des Stücks hatte ich noch keine Flüchtlingskinder in der Gruppe, wurde aber bald dementsprechend aktiv“, verrät Vogt. So habe sie sich an die Geflüchteten in Ühlingen-Birkendorf gewandt und eine Zusage von einer 14-Jährigen und einem Siebenjährigen aus Syrien bekommen. Nun tummeln sich auf der Bühne Deutsche, Syrer und Kinder anderer Nationen. Die Kinder erzählen auf der Bühne von ihrer Flucht, von der dramatischen Zeit auf dem überfüllten Boot. Sie teilen ihre Erinnerungen und ihr Heimweh.

Nach und nach habe sie zusätzlich selbstgesungene Lieder, auch in Arabisch, und einen Tanz eingebaut, erzählt Vogt. Besonders sei dem Verein die Integration der Kinder in die Gemeinschaft gewesen – das gelinge beim Theaterspielen spielerisch, sagt Ühlingen-Birkendorfs ehemaliger Bürgermeister Thomas Fechtig, der Schriftführer des Vereins ist.

Seit Januar 2017 probt Regisseurin mit den 23 jungen Schauspielern jede Woche, dazu kamen Einzelstunden und auch ein Probewochenende. Seit September seien sie nun auf Tournee. Inzwischen ist das Interesse so groß, dass wir Nachfragen absagen mussten“, sagt Fechtig. Von Anfang an gab es den Wunsch in Nachbargemeinden aufzutreten. Deshalb habe man sich für ein gut transportables, eher minimalistisches Bühnenbild entschieden. Denn, das Stück werde erfüllt von den Kindern und dem, was sie als Botschaft rüberbringen wollen, sagt sie.

Er wolle den Geflüchteten aus St. Blasien und Umgebung die Möglichkeit bieten, kostenfrei dabei zu sein, sagt Häuserns Bürgermeister Thomas Kaiser.