Grenzach-Wyhlen – Im vergangenen Jahr gab es 56 Unfälle allein auf dem Abschnitt der Bundesstraße, der durchs Gemeindegebiet verläuft. Das ist die höchste Zahl seit 2004 – die Gründe sieht die Polizei in einer allgemeinen Zunahme des Verkehrs. Auch insgesamt haben die Unfälle in der Gemeinde zugenommen, immer mehr Radfahrer sind beteiligt.

Unfallzahlen steigen

261 Unfälle hat die Polizei 2018 im Gemeindegebiet aufgenommen. „Das sind elf mehr als im vergangenen Jahr“, so der stellvertretende Revierleiter, Bernhard Weis. Wenngleich diese Zahlen nicht alarmierend sind: Im Vergleich zum Vorjahr haben aber die Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, um 31,4 Prozent zugenommen (von 35 auf 46). Damit liegt die Gemeinde deutlich über dem Kreisdurchschnitt (plus 2,3 Prozent) und dem des gesamten Revierbereichs (plus 6,7 Prozent). Einen Verkehrstoten hat die Gemeinde glücklicherweise nicht zu beklagen, jedoch wurden sechs Menschen schwer und 45 leicht verletzt.

Radfahrer sind häufig beteiligt

Während die Zahl der an Unfällen beteiligten Fußgänger seit Jahren auf einem niedrigen Niveau stagniert, steigt die der beteiligten Radfahrer kontinuierlich an auf nunmehr 30 im vergangenen Jahr. „Mitverantwortlich oder die Verursacher für den Unfall waren 13“, so Weis. Er und sein Kollege Manfred Geiges, Postenführer in Grenzach-Wyhlen, beobachten, dass es Radfahrer gibt, die sich kaum an Verkehrsregeln halten. „Schwerpunkte für Unfälle sind etwa die Kreuzung Ritterstraße/Solvaystraße, wo ohne anzuhalten drübergefahren wird“, so Geiges. Aber auch Radwegen passieren Unfälle, etwa wenn überholt wird oder sich zwei Gruppen entgegenkommen. Auf der Bundesstraße hingegen sind Radunfälle nicht besonders häufig. „Aber natürlich ist hier das Unsicherheitsgefühl vieler Radfahrer am höchsten“, so Weis. Die Schutzstreifen seien deshalb positiv zu bewerten. Schwere Verletzungen haben sich 2018 drei Radler zugezogen, leichtverletzt wurden zehn.

Alkohol, Drogen, Handy am Steuer

Die Verkehrskontrollen im vergangenen Jahr haben ein trauriges Ergebnis zutage gefördert: 92 Fahrer haben sich trotz Alkoholkonsums hinters Steuer gesetzt, 23 von ihnen sogar einen Unfall gebaut. 2017 gingen den Beamten noch 75 Alkoholsünder ins Netz. Eine deutliche Zunahme gab’ auch bei den Fahrern, die andere Rauschmittel konsumierten, häufig Marihuana, „aber auch Amphetamine“, so Geiges.

50 Fahrern konnte eine Drogenbeeinflussung nachgewiesen werden, 2017 waren es noch 39. Bei den Kontrollen fallen auch Fahrer auf, die keinen Gurt anlegen (413) oder mit dem Handy in der Hand erwischt werden. Zwar ist die Zahl im Vergleich zu 2017 gesunken (252). „Aber mit 227 Verstößen sind das auch im vergangenen Jahr viele Fälle“, so Weis.

Allgemeine Verkehrsentwicklung

Einen echten Unfallschwerpunkt oder Raserstrecken gibt es in der Gemeinde nicht, worüber Polizei und Verwaltung sehr froh sind. „Das liegt auch daran, dass wir bis auf die Rührbergstrecke keine Außerorts-Straßen haben“, so Geiges. Das schlägt sich auch in der Statistik der Unfallursachen wieder. Nur acht der Unfälle im vergangenen Jahr sind aufgrund zu hoher Geschwindigkeit passiert; dagegen waren bei 45 Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren schuld.

Dass die Bundesstraße zum Schauplatz vieler Unfälle wurde, sehen Geiges und Weis in der allgemeinen Zunahme des Verkehrs begründet. „Das meiste waren Auffahrunfälle im dichten Verkehr.“