Sechs interessierte Radfahrer unter Leitung von Helmut Bauckner, dem Vorsitzenden des Grenzacher Vereins für Heimatgeschichte, haben sich am Samstagnachmittag auf die Spuren der alten Römer begeben. Dank des tadellosen Wetters wurde die sportlich-geschichtliche Fahrradtour ein schöner Erfolg, der auch für Familien und Kinder geeignet ist.

Die Teilnehmer

Insgesamt sechs Interessierte haben sich diesmal auf ihr E-Bike oder ihr „normales“ Fahrrad geschwungen, um mehr über das Erbe der Römer in unserem direkten Umfeld zu erfahren. Bauckner fand, dass das schon mal ein guter Start sei mit dreimal so vielen Teilnehmern wie im vorigen Jahr. Doch selbst unterwegs wurde noch jemand aufgesammelt, der sich spontan dazu entschieden hatte, sich mehr über das geschichtliche Erbe der Region zu erkundigen. Bauckner begeisterte mit seinem weitreichenden Hintergrundwissen die Zuhörer und beantwortete auch detaillierte Nachfragen mit Expertenwissen.

Die Stimmung

Gelassen und wissbegierig ging es auf der Radtour zu. Die 22 Kilometer gingen im Nu vorüber: An römischen Sehenswürdigkeiten konnte man das friedliche Zusammenleben sowie militärische Strategien nachvollziehen, während man auf den landschaftlichen Abschnitten auf dem Fahrrad zwischendurch das Gelernte verarbeiten konnte. Sich mit den anderen auszutauschen war natürlich auch ein wesentlicher Pluspunkt der Unternehmung, denn so wurde der interessante, aber ausgiebige geschichtliche Teil immer durch Witze oder persönliche Geschichten aufgelockert, während man sich gegenseitig kennenlernte.

An der Abzweigung von Rhein und Ergolz soll sich früher ein Hafen befunden haben
An der Abzweigung von Rhein und Ergolz soll sich früher ein Hafen befunden haben | Bild: Charlotte Pötter

Die Route

Vom Treffpunkt am Kraftwerk in Wyhlen ging es mit dem Fahrrad über den Rhein auf die schweizerische Seite. Dort gab es einen Halt an der Brücke über die Ergolz. Vorbei an schönen Feldern ging es zu einem Wald, an dem man das Rad stehen ließ. Die Tour wurde zu einer kleinen Wanderung, die zu einem Einstieg in die begehbare Wasserleitung führte – zumindest einen Abschnitt davon – über die die Römer Wasser von der Ergolz in Lausen bis nach Augst geführt haben. Nach dem Abstieg und weiterem Radeln erreichte die Gruppe das Amphitheater, in dem früher Gladiatorenkämpfe ausgetragen wurden. Nicht weit davon entfernt kann man einen Blick auf einen römischen Prunktempel mit dazugehörigen Bädern werfen. Den nächsten Abschnitt bildet die „Kernstadt“ der römischen Siedlung Augusta Raurica: vor dem Theater und dem Forum fühlte man sich in eine ganz andere Zeit zurückversetzt, komplett mit Ofen der Backstube. Weiter ging es nach Kaiseraugst zum ehemaligen römischen Kastell, dessen Struktur man immer noch in der Straßenführung des Dorfs erkennen kann. Nicht weit davon entfernt besichtigte die Gruppe die Thermalbäder und die Bischofsresidenz, über der die Kirche steht. Mit dem Fahrrad ging es dann zur Fähre, mit der wir zu unserer letzten Station übersetzen: dem Brückenkastell auf deutscher Seite und der Straßenstation an der Bundesstraße. Den Rest des Nachmittags ließen die Teilnehmer gemütlich bei Kaffee und Kuchen im Regionalmuseum Römervilla ausklingen.

Die Höhepunkte

Die imposanten römischen Bauwerke entlang der Strecke beeindrucken selbst regelmäßige Besucher immer wieder. Dabei sind es nicht nur die Aquädukte, die die Macht der Römer zeigen, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur. Während man bei Römern oft an Kriegsführung denkt, lernt man auf dieser Tour auch die ruhige, zivile Seite des friedlichen Zusammenlebens kennen. Auch der herausragenden Leistung für beispielsweise die wasserdichte Wasserleitung muss man Respekt zollen, wenn man sich mutig ins pechschwarze Innere der Leitung gewagt hat. Eins ist sicher: Die Teilnehmer haben sich garantiert nicht von den Spuren der Römer abbringen lassen.