Dieter Bollinger, Referatsleiter im Regierungspräsidium Freiburg, gab am Dienstagabend dem Gemeinderat einen Sachstandsbericht zur aktuellen Situation. Bereits Ende 2016 wurden alle Vorbereitungen zur Straßenplanung wie Baugrunderkundung und Vermessung abgeschlossen. Vorgezogen werden die Planungen für die insgesamt sieben großen Bauwerke. Offizieller Baubeginn soll im August dieses Jahres an der künftigen Brücke über die Südstraße sein.

Bollinger zeigte eine Schnittzeichnung der Brücke, die unmittelbar südlich der Unterführung durch den Bahnkörper entstehen wird. Das Bauwerk wird etwa zur Hälfe unter das derzeitige Bodenniveau eingesenkt, zur Hälfte wird sie oberhalb der heutigen Fläche stehen. Dies wird zu Einschränkungen an der Südstraße führen, darauf nahm Gemeinderätin Annette Grether Bezug und fragte, ob es denn ratsam sei, mit der zeitweiligen Schließung der Südstraße nach dem Wegfall des Bahnüberganges Rheinstraße die Zufahrt zum Schulzentrum nochmals zu erschweren. Bollinger teilte darauf hin mit, dass derzeit die mögliche Verkehrsführung noch nicht abgeklärt sei. Ordnungsamtsleiter Jürgen Käuflin bekräftigte, dass es Änderungen an der Sperrung des Bahnüberganges auch wegen anderer Baumaßnahmen nicht geben wird. Derzeit im Gange sind die Verfahren zum Grundstückerwerb und die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen. Gemeinderat Siegfried Grether wollte wissen, ob dabei Probleme auftreten. Dies verneinte Bollinger, sowohl der Erwerb von Grundstücken als auch die Übernahme von Ausgleichsgelände laufe gut, vielfach übernehmen Eigentümer sogar die Pflege und Betreuung von Ausgleichsgelände.

Als zweites Großbauwerk soll die Überdeckung der Solvaystraße begonnen werden, dies werde wohl insgesamt das größte Einzelbauwerk der neuen Straße sein. Insgesamt werde sich die Fertigstellung der Ortsumfahrung Wyhlen leicht verzögern, die 4,35 Kilometer lange Strecke wird nach heutiger Zeitplanung Ende 2021 in Betrieb gehen können. Auf das seit langem diskutierte Thema von Verbesserungen der Straßenplanung ging Kurt Sänger vom Büro Rapp Regioplan ein. Dazu hatte er in den vergangenen Monaten alle 35 von Bürgern eingebrachten Änderungsvorschläge untersucht. „Ich beurteile alle Anregungen nur auf ihre technische Durchführung hin,“ erklärte Sänger. „Dabei halte ich mich an die Vorgabe, die planfestgestellte Trasse nicht zu überschreiten.“ Schwerpunkte dabei waren die Querungen der neuen Straße.

Fünf der bisherigen Nord-Süd-Verbindungen werden wegfallen, sechs andere bleiben oder müssen neu errichtet werden. Sänger schlug vor, mögliche Querungen so zu verteilen, dass der Abstand zwischen ihnen ungefähr gleich weit ist. Wie schon bei einer frühere Sitzung bewertete er die Rheinstraße als besonders günstig dafür. Nach den technischen Vorgaben sei eine Unterführung mit kürzeren Rampen einer Brücke vorzuziehen. Kreisverkehre, wie sie mehrfach vorgeschlagen wurden, hatte schon Bollinger abgelehnt, nach den Untersuchungen von Rapp Regioplan wäre ihr Geländeverbrauch deutlich größer als die in der Planfeststellung zugelassenen Flächen ermöglichen. „Die schlechte Nachricht ist, dass die Knoten nicht so leistungsfähig sein werden,wie sie sollten.“ Tobias Benz Bollinger wies noch darauf hin, dass der geforderte Radweg parallel zur B34 gesondert geplant werde.

Wenig Zufriedenheit bei den Gemeinderäten und auch bei den Zuhörern löste ein Vortrag von Wolfgang Wahl von Rapp Regioplan aus. Er hatte die Leistungsfähigkeit der vorgesehenen Knotenpunkte untersucht, an ihnen wird bei starkem Verkehrsaufkommen mit Wartezeiten zu rechnen sein. Ob und wann dann Ampeln errichtet werden, um den Verkehr zu ordnen, ist noch nicht entschieden.

Bürgermeister Benz fasste diesen Bericht zusammen: „Wir werden durch die Ortsumfahrung in Wyhlen eine starke Verkehrsentlastung erreichen, die schlechte Nachricht ist aber, dass die Knoten nicht so leistungsfähig sein werden,wie sie sollten.“ Darauf angesprochen, widersprach Dieter Bollinger dem Vorwurf, dass hier eine antiquierte Straße gebaut werde. „Die Regeln haben sich nicht verändert, wir würden sie heute genauso planen,“ sagte er. Gemeinderat Walter Schwarz brachte als dringende Verbesserung nochmal die Anbindung der neuen Bundesstraße mit einem Kreisverkehr an den Gmeinweg ins Gespräch.