Grenzach-Wyhlen – Seit Anfang des Jahres muss der Werkhof selbst für die Reinigung der Straßen aufkommen. Da die Gemeinde noch keine Kehrmaschine besitzt, mussten Werkhofmitarbeiter Müll und Schmutz in den vergangenen Wochen, also auch nach Silvester, von Hand und nur mithilfe eines Vorbaubesens entfernen. Raimar Weisheit, Leiter der Technischen Dienste, hofft, dass die ausgeschriebene Kehrmaschine bald kommt, sobald die Details im Technischen Ausschuss geklärt wurden. Denn das Müllaufkommen steige deutlich.

Bislang hat die Stadt Rheinfelden gegen Gebühr Mitarbeiter gestellt, die mit einer Kehrmaschine die Straßen und Plätze in Grenzach-Wyhlen gereinigt haben. Dafür hat die Gemeinde rund 134 000 Euro an die Nachbarstadt gezahlt. Da Rheinfelden diese Zusatzaufgabe nun aber nicht mehr stemmen kann, muss die Gemeinde seit dem 1. Januar selbst für die Straßenreinigung sorgen.

Der Gemeinderat hatte bereits im November 2018 beschlossen, dass es die beste Lösung für die Gemeinde wäre, eine eigene Kehrmaschine zu kaufen oder zu leasen, also zu mieten. Nach Angaben von Raimar Weisheit liegen die Angebote für das Leasen einer Kehrmaschine nach einer vorausgegangenen Ausschreibung bereits vor. In einer der kommenden Sitzungen des Technischen Ausschusses soll über Kosten und weitere Details entschieden werden.

Bis die Maschine jedoch tatsächlich vor Ort ist, könnte es laut Weisheit nach der Bestellung noch einmal rund zwölf Wochen dauern. Bis dahin müssen die Mitarbeiter weiter von Hand reinigen oder sich Kehrmaschinen von anderen Kommunen leihen. „Für die Fasnacht habe ich bereits im Dezember organisiert, dass wir uns eine Kehrmaschine leihen können, da geht es einfach nicht ohne“, sagt Weisheit. Schon an Silvester sei es ein Kraftakt gewesen, die ganzen Hinterlassenschaften ohne maschinelle Hilfe zu beseitigen. Am 1. Januar war eine kleine Besetzung des Werkhofs unterwegs, um so weit aufzuräumen, dass die Verkehrssicherheit wieder hergestellt war. Dabei wurden vor allem gefährlicher Müll wie zerbrochene Flaschen entfernt und die Fahrbahnen freigeräumt. Am zweiten Januar waren dann rund 14 Mitarbeiter den ganzen Tag über im Einsatz, um die Straßen und Plätze vollständig zu säubern. Wie in Rheinfelden hätten auch die Straßen in Grenzach-Wyhlen nach Silvester „sehr übel“ ausgesehen, wie es Weisheit formuliert.

Generell ärgert sich der Leiter der Technischen Dienste darüber, dass sich viele Menschen nicht mehr verantwortlich dafür fühlten, ihren Müll ordnungsgemäß zu beseitigen. Und das nicht nur an Silvester. In den vergangenen drei Jahren habe der Werkhof einen stetigen Anstieg der Müllmengen in der Doppelgemeinde verzeichnet, der logischerweise mit einem erheblichen Mehraufwand für dessen Beseitigung einhergeht. „Auch die Menge an illegal abgelegten Müll nimmt deutlich zu“, so Weisheit. „Wir finden Hausmüll, der in den Mülleimern der Spielplätze beseitigt oder einfach in die Felder geworfen wird. Auch Bushaltestellen werden gerne genutzt, um Müll zu entsorgen“, nennt er einige Beispiele. RaimarWeisheit erinnert an die Räum- und Streupflicht und appelliert an alle Bürger, ihren Müll wieder ordnungsgemäß zu beseitigen, also die Restmülltonne zur richtigen Zeit an die Straße zu stellen, Glas in die Glascontainer zu werfen und anderen Müll auf den Recyclinghof oder zu anderen dafür vorgesehen Stellen zu bringen.