Grenzach-Wyhlen (mart) Auch wenn die von Ilse und Hermann Nägele in Kenia aufgebaute Schule inzwischen offiziell an den Staat übergeben wurde, gibt es für die beiden bei dem einzigartigen Vorzeigeprojekt doch immer etwas zu tun. Erstmals mussten Nägeles bei ihrem jüngsten Besuch in Afrika ohne ihren Freund Ali Omari Mwachase zurechtkommen.

Er hatte sie überhaupt erst ins Dorf geführt und bisher immer bei ihrem Projekt unterstützt. Ali Omari Mwachase wurde jedoch vergangenes Jahr auf dem Heimweg von seinem Kiosk das Opfer eines Raubmordes.

„Für uns war es eine komplett neue Erfahrung, da wir uns um jede Kleinigkeit und jedes Detail selbst kümmern mussten. Da hat man erst gesehen, wie sehr er uns in der Vergangenheit unterstützt hatte. Allerdings hatten wir großartige Unterstützung der restlichen Dorfbewohner und man hat das Gefühl, dass alle durch seinen Tod näher zusammengerückt sind“, so Hermann Nägele im Gespräch mit dieser Zeitung. So haben die beiden zum Beispiel selbst die Arbeiter angeheuert, Löhne ausbezahlt, die Baumaterialien ausgesucht und die Preise mit den Lieferanten verhandelt. „Wir haben uns ein Tuk-Tuk gemietet und sind dann fünf Stunden lang von einem Laden zum anderen gefahren um die Preise zu vergleichen, bis wir mit zwei handelseinig wurden.“

Trotz dieser neuen Umstände wurde bei ihrem letzten Besuch in Kenia wieder ein neues Gebäude mit Klassenzimmer und angebautem Lehrerzimmer fertiggestellt. Dieses war notwendig geworden, nachdem der kenianische Staat zuvor ein bestehendes Klassenzimmer in einen Computerraum umgebaut hatte.

Auf Wunsch des Schulleiters Juma Kombo Mrunda wurde das neue Klassenzimmer auch gleich etwas größer gebaut, um gleichzeitig auch einen kleinen Versammlungsraum zu schaffen. Darin können nun bei schlechtem Wetter die Versammlungen abgehalten oder auch die Prüfungen abgenommen werden. Weiter wurde auch mit einem Teil der geplanten Umgrenzungsmauer begonnen, um die Schule vor dem Zutritt unberechtigter abzusichern. Für später ist geplant, an diese Mauern noch Vordächer anzubringen, um dadurch sonnen- und regengeschützte Pausenplätze für die Schüler zu schaffen.

Aber auch der kenianische Staat unterstützt inzwischen die Vorzeigeschule, an der mittlerweile 520 Schüler von 17 Lehrkräften unterrichtet werden. Vor kurzem hat der Staat einen neuen Brunnen mit einer elektrischen Pumpe bauen lassen, so dass Wasser nicht mehr mühsam von Hand aus der Erde gepumpt werden muss.

Die Spendenbereitschaft
ist gesunken

Zumal der alte Brunnen inzwischen auch eifrig von der Dorfbevölkerung genutzt wird. Weiter will der Staat mit Lebensmittellieferungen zukünftig dafür sorgen, dass jedes Schulkind ein einfaches, kostenloses Mittagessen an der Schule erhalten soll.

Für die Zukunft haben Nägeles noch viele Ideen und Pläne für die Schule, auch wenn die Spendenbereitschaft für ihr Afrika-Projekt in letzter Zeit stark zurückgegangen ist. „Wir haben den Menschen vor Ort erklärt, wie die Situation in Deutschland ist, und dass jetzt eben nicht mehr alles möglich ist und vieles vielleicht auch etwas länger dauert“, so Nägele. Denn neben den ständigen baulichen Erweiterungen unterstützen sie noch immer die Schule bei der Beschaffung von Schulbüchern, Schuluniformen und anderen Lehrmittel die dringend benötigt werden.

Spendenkonto: IBAN: DE38 6835 0048 0102 2943 37; SWIFT-BIC: SKLODE66