Grenzach-Wyhlen – Der Name sagt es schon: Am jährlichen Sicherheitstag der Firmen Bayer Grenzach GP, DSM und Roche Pharma AG geht es um Sicherheit. Doch was hat Entspannung damit zu tun? Gerade dieses Thema verlangt ebenso viel Aufmerksamkeit, um gut zu arbeiten und angenehmes Leben zu verbringen. An mehreren Stationen kamen am Mittwoch Fachleute mit den Beschäftigten ins Gespräch und gaben viele gute Hinweise.

Sicherheitstage seit 15 Jahren

Begonnen haben die Firmen mit ihrem gemeinsamen Sicherheitstag bereits 2004. Damals gab es noch einfache Stände mit Infos, inzwischen ist es ein Tag des Dialogs und Mitmachens geworden. Von den seinerzeit nur einigen Hundert neugierigen Beschäftigten stieg die Zahl auf rund 1500. Außerdem werden mittlerweile die Familien miteinbezogen, deshalb gab es auch diesmal wieder altersgerechte Beschäftigung wie Hüpfburg und Riesentrampolin.

„Für uns ist dies auch eine gute Gelegenheit, um Alltagsprobleme der Mitarbeiter zu bereden, zum Beispiel komplizierte Pflegesituationen in der Familie“, erklärte Udo Binninger, Leiter des betriebsärztlichen Dienstes für alle drei Unternehmen am Standort. „Wenn es uns gelingt, bei der Lösung solcher Probleme mitzuhelfen, wirkt sich das auch auf den Arbeitsprozess aus.“ Mit der Veränderung der Arbeitsprozesse müssen sich auch die Formen des persönlichen Ausgleichs verändern. Oftmals, so erklärt es die Arbeitspsychologie, erfolgt dies unbemerkt von den Mitarbeitern.

Jedoch, richtige Entspannung will gelernt sein. Wer sich nach hohen Anforderung im Arbeitstag danach noch eine ebenfalls anspruchsvolle Freizeitbetätigung sucht, kann sich leicht übernehmen. So wurde an einer Station beschrieben, dass Entspannung nicht vom Leistungsgedanken geprägt sein sollte. Daher, so Binninger, komme den in den Firmen angebotenen Ausgleichs­angeboten zunehmend Bedeutung zu. Als Beispiel nannte er die Multifunktionssportgeräte Galileo, die seit einigen Jahren aufgestellt sind und nach ganz persönlichem Ermessen genutzt werden können. Das vielfältige Kursangebot für physische und psychische Entspannung wird seit Jahren ausgebaut. Alljährlich nimmt die Zahl der Anmeldungen nach dem Sicherheitstag zu, weil weitere Mitarbeiter Einzelheiten dazu erfahren und Interesse geweckt wird.

Zur Entspannung tragen auch die inzwischen sieben Kisten für Urban Gardening bei, die auf dem Industrieareal aufgestellt seinen. Mehrere Mitarbeiter wechseln sich bei der Betreuung ab, entspannen in ihren Pausen mit Gießen oder Unkrautzupfen. So wachsen Tomaten, Kräuter und Erdbeeren mitten in der Firma.

Mitarbeiter bringen eigene Ideen

Wie schon seit etlichen Jahren üblich, präsentierten auch diesmal Mitarbeiter zum Thema passende Ideen. Da weckte ein mit Signalbändern markierter Weg besondere Aufmerksamkeit, weil er mit einigen Dingen ausgestattet war, die eigentlich nicht auf einen Fußweg gehören. Die beiden Lehrlinge Maximilian Sailer und Marvin Stifter griffen eine alltägliche Erscheinung auf, die durchaus nicht nur bei Jugendlichen zu finden ist, nämlich die volle Konzentration aufs Mobiltelefon, während man als Fußgänger unterwegs ist.

Überall sind Passanten mit gesenktem Kopf zu sehen, die nur auf ihr Telefon schauen, um schnell noch etwas zu erledigen. Doch dies ist in der Produktionshalle, im Treppenhaus, auf dem Firmenparkplatz genauso gefährlich wie andernorts. Corinne Jannermann, Personalleiterin bei Bayer GP, und Udo Binninger unternahmen den kleinen Hinderniskurs und waren nicht überrascht, als sie stolperten und anstießen.

Auch diesmal war wieder ein Quiz für die Mitarbeiter vorbereitet, kleine Massagebälle gab es für die Teilnahme – und die sollen ja auch zur Entspannung beitragen