• Der Treffpunkt: Vor Schwimmen in tiefen Gewässern habe ich immer etwas Bange und der Gang zum Grenzacher Schwimmbad, wo sich die Rheinschwimmer jeden Montag um 19 Uhr treffen, gehe ich nicht ohne Nervosität an. Hilfsmittel habe ich nicht dabei, ich hoffe auf eine Schwimmnudel. Die technische Leiterin der DLRG-Ortsgruppe, Kerstin Kock, versichert mir, dass noch nie etwas passiert sei. Und immerhin findet das Rheinschwimmen hier schon seit vielen Jahren statt. Trotzdem frage ich als echter Angsthase nach einer Schwimmhilfe. Die lange Nudel aus Schaumstoff bekomme ich auch, aber nicht ohne einen leicht spöttischen Kommentar vom DLRG-Vorsitzenden Matthias Heinicke – natürlich scherzhaft gemeint. „Ist dir das nicht peinlich? Und dann auch noch in der Zeitung.“ Tatsächlich haben von den zahlreichen Teilnehmern nur wenige eine Schwimmnudel zur Hand. Es sind aber viele Senioren da, die das im Gegensatz zu mir nicht zum ersten Mal machen.
  • Der Einstieg: Unsere Sachen lassen wir im DLRG-Raum zurück. Mit dem Boot werde ich von Heinicke zu der Einstiegsstelle am Schacht in Wyhlen gefahren, damit er Bilder von mir machen kann. Während wir dort am Ufer warten, schwimmt ein toter Fisch vorbei und ich würde am liebsten mit dem Boot wieder zurückfahren. Doch die Blöße will ich mir nicht geben. Langsam trudeln auch die anderen Teilnehmer ein, die die Strecke von 1,2 Kilometern gelaufen sind. Von jung bis alt ist hier alles dabei. Trotz leichter Nervosität bringen mich die knallende Sonne und der aufmunternde (oder spöttische?) Blick von Heinicke dazu, vom Boot aus ins Wasser zu springen. Bei einer Wassertemperatur von 24 Grad ist das eine angenehme Abkühlung.
  • Das Schwimmen: Meine Schwimmnudel unter die Arme geklemmt, schwimme ich los. Ziel ist die Steganlage des Ruderclubs Grenzach. Zu meiner Überraschung macht es mir sogar Spaß. Das heißt, solange ich mir nicht vorstelle, wie tief das Wasser unter mir ist. Dabei sind die DLRG-Rettungsschwimmer, die durch eine gelbe Badekappe gekennzeichnet sind, sowieso nicht weit entfernt. Und auch das DLRG-Boot begleitet uns. Wir bekommen Anweisungen, in die Mitte des Rheins zu schwimmen, da die Ruderer am Ufer entlang fahren. Unter den Teilnehmern herrscht eine lockere Stimmung, es wird geredet und gelacht. Mit der Sonne im Gesicht und dem kühlen Wasser auf der Haut lässt sich die Hitze durchaus aushalten.
  • Der Ausstieg: So schnell, wie es angefangen hat, ist es auch wieder vorbei. Nach ungefähr 15 Minuten ruft uns einer der Rettungsschwimmer zu, dass wir in Richtung Ufer schwimmen sollen. Da mir zuvor erzählt wurde, dass es kurz vor dem Steg von Wasserpflanzen nur so wimmelt, versuche ich einen großen Bogen darum zu machen – und lande trotzdem in Pflanzen und Matsch. Ich bewahre ein Pokerface, hieve mich auf den Steg und wir laufen zurück zum Freibad.
  • Mein Fazit: Definitiv eine lustige Aktivität für den Sommer, die von vielen Freiwilligen ermöglicht wird. Ich würde es wieder tun – mit Schwimmnudeln für die Angsthasen.

Termin: Das Rheinschwimmen findet von Juli bis September immer montags bei mindestens 20 Grad in Grenzach-Wyhlen statt. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Freibad. Das Angebot ist kostenlos, wer hinterher duschen möchte, zahlt einen Euro.