Luisa Bächtlin ist eine junge Frau, Samson ein ganz schön alter Hund. Gemeinsam sind sie im Hundesportverein Wyhlen aktiv und haben erfolgreich an Meisterschaften teilgenommen. Samson wird allerdings langsam zu alt für den Sport – einen besonderen Platz in der Familie hat er aber dennoch.

„Mein Hund heißt Samson, der wird jetzt acht Jahre alt“, stellt Luisa Bächtlin ihren Schäferhund vor. Mit ihrem Rüden hat sie an der diesjährigen Badischen Jugendmeisterschaft im Gebrauchshundesport den ersten Platz belegt und sich für die Teilnahme an der Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaft im bayrischen Dingolfing qualifiziert. „Dort konnte ich leider nicht so gut abschließen, da sich herausgestellt hat, das mein Hund krank ist“, erklärt Bächtlin, die davor schon einmal mit Samson an einer Meisterschaft teilgenommen hat.

Insgesamt hat sie in den vergangenen neun Jahren an vier deutschen Meisterschaften teilgenommen, zweimal mit dem eigenen Hund und davor mit einer Hündin ihres Vaters. Das erste Mal stellte sich Bächtlin mit elf Jahren einem Wettbewerb. „Meine großen Pokale habe ich behalten, als Erinnerungsstücke in einem Regal in meinem Zimmer einsortiert.“

Teilnahme an deutscher Meisterschaft

Die Qualifizierungen für die Meisterschaften liefen immer gut, erzählt Bächtlin. „Aber dann hatte ich Pech mit meinem Rüden, weil er manche Anforderungen nicht erfüllt. Dann geht man schon mit so einem Gefühl rein, dass es Hunde gibt, die bessere Veranlagungen haben.“ Trotzdem stellte sie sich dem Wettbewerb, an dem 120 Jugendliche mit ihren Hunden teilnahmen. „Es gibt drei Disziplinen, in den ein guter Hund Potential zeigen muss. Wenn er es in einer Disziplin nicht zeigt, hat man schlechte Karten“, stellt sie fest.

Samson sei schon in der Ausbildung ein schwieriger Hund gewesen, besonders im Suchen, und ihm fehlt auch das selbstsichere Auftreten, das die Richter sehen wollen. „Dafür ist die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft ganz gut“, sagt Bächtlin und verweist auch auf verschiedene Krankheiten die Samson schon erlitt. „Dafür haben wir es echt weit gebracht. Das ist nicht selbstverständlich, dass er bei einer Deutschen Meisterschaft mitmacht.“

Begeisterung für Hunde in die Wiege gelegt

Luisa Bächtlin ist 20 Jahre alt und beginnt dieses Jahr eine Ausbildung zur Krankenschwester. Die Begeisterung für Hunde ist ihr schon in die Wiege gelegt worden. Vater Uwe ist seit 40 Jahren Mitglied im Gebrauchshundesportverein und war bis 2015 im Vorstand aktiv, 35 Jahre lang, 15 Jahre als Vorsitzender. „Ich bin eigentlich schon als Kleinkind dort gewesen und habe immer viel Zeit dort verbracht. Ich bin da hinein gewachsen und dann habe ich mit zehn Jahren angefangen, es intensiver zu machen“, erklärt Tochter Luisa.

Die Familie hat eine eigene Zucht angemeldet und im Haushalt leben neben Mutter Natalina und Bruder Ron noch vier Schäferhunde. Früher hat Luisa auch Basketball und Klavier gespielt, Rock-n-Roll-Tanz gemacht. „Aber dann habe ich mich für den Hundesport entschieden“, sagt Bächtlin. „Da muss man fünf- oder sechsmal in der Woche trainieren. Das ist sehr zeitintensiv, da bleibt keine Zeit für was anderes.“

Familienhund stand Gegenstand

Den Hunden wird mit Empathie begegnet und die Tiere werden nicht überfordert, wenn es über ihr Leistungsvermögen geht. Und schon mal gar nicht aussortiert, nur um bei Wettbewerben zu brillieren, stellt Bächtlin fest. „Bei uns wird jeder Hund so weit gebracht, wie es geht. Das sind bei uns Familienhunde und nicht Gegenstände, die werden nicht ausgetauscht. Deswegen haben wir auch vier Hunde, weil so ein Hund mit acht Jahren zu alt für den Sport wird“, sagt sie.

Samson kann nicht mehr so intensiv Sport treiben, daher geht sie es ruhiger mit ihm an. „Er soll es ja auch später noch gut haben“, meint Bächtlin. Sie trainiert aber noch einen fremden Hund. „Den bilde ich zu einer gewissen Stufe aus und will mit ihm auch nächstes Jahr Prüfungen machen. Es ist das erste Mal, dass ich einen fremden Hund trainieren.“ Den Umgang fürchtet sie nicht. Hunde anderer Besitzer hat sie schon oft ausgeführt und im Verein hilft sie bei Hundeerziehungskursen und in der Begleithundegruppe.