Grenzach-Wyhlen – In einer Minute müssen Frederik Maletzki und Marius Kipfmüller die Sache auf den Punkt bringen. Die junge Sozialdemokraten drehen Internetfilme zu lokalen politischen Fragen, um neue Mitglieder für den Ortsverein zu gewinnen. Nach den Sommerferien sollen die Filme online veröffentlicht werden.

An der Rheinfelder Straße in Wyhlen stehen zwei junge Männer in SPD-T-Shirts und richten eine Kamera auf den fließenden Verkehr. Als beschleunigtes Zeitraffervideo könnte die Sequenz Verwendung finden in einem Kurzfilm, den Frederik Maletzki und Marius Kipfmüller vom SPD-Ortsverein drehen. Maletzki ist neben Robert Blum gleichberechtigter Vorsitzender und Kipfmüller Beisitzer. Für den Ortsverein erstellen die beiden eine ganze Reihe von Filmen. Mit Kamera und Drohne kennt sich der 18-jährige Wyhlener Kipfmüller aus und der 21-jährige Maletzki ist daheim auf dem Rührberg tontechnisch eingerichtet.

„Fünf Filme sind in der Mache und die Texte sind mehrheitlich schon geschrieben“, sagt Maletzki. Mit der Veröffentlichung der Filme soll es nach den Sommerferien losgehen, alle zwei Wochen soll mit einem Film ein neues Thema eröffnet werden. Ein Event zur öffentlichen Vorführung sei gedanklich schon in Planung, meint Maletzki. Der Termin wird aber erst noch bekannt gegeben. Die fünf Themen wurden im Vorstand besprochen. Sie lauten Sozialer Wohnungsbau, Bundesstraße 34, Bildung, Umwelt und Wirtschaftsentwicklung. „Wir sind zunächst von fünf Themen ausgegangen, aber wenn sich noch etwas ergibt, kann auch noch ein Film dazu kommen“, sagt Kipfmüller.

Die Filme sind auf eine Minute beschränkt, damit es nicht langatmig wird. „Wir gehen auf das Problem ein und präsentieren unsere Lösung“, erklärt Maletzki. Die Sozialdemokraten wollen mit den Filmen Profil zeigen, ihre Themen attraktiv im Internet darstellen und nicht zuletzt auch neue Mitglieder werben. „Wir möchten junge Menschen aus Grenzach-Wyhlen animieren, sich politisch zu engagieren“, meint Maletzki. Der Text muss passend auf den 60-Sekunden-Film eingesprochen werden. Da sie beim Filmen noch nicht genau wissen, was gesprochen wird, ist es nicht immer einfach Text und Bild in Einklang zu bringen. „Wir wollen die Filme mit Untertitel laufen lassen. Das nimmt sehr viel Zeit ein, die Untertitel einzufügen“, sagt Kipfmüller. Die Texte haben die beiden zusammen mit dem Parteimitglied Moritz Kriwet geschrieben. Maletzki und SPD-Gemeinderätin Katja Schäfer sprechen die Texte ein.

Etliche Stunden Drehzeit werden auf eine Minute eingedampft. „Bei Zeitraffervideos nimmt man 15 Minuten auf und beschleunigt das um 1000 Prozent. Da reicht ein Windstoß. Bei einem Wackler muss man das Video neu machen“, so Maletzki. Die Drohne darf bis zu 100 Meter in die Höhe gehen, nach der Drohnenverordnung dürfen sie aber nur Landschaftsaufnahmen über unbewohntem Gebiet machen. Um Luftaufnahmen von öffentlichen Gebäuden zu machen, haben sie eine Sondergenehmigung beantragt. Die Kamera der Drohne ist mit einem Gyroskop ausgestattet, dass auch bei Wind die Kamera noch ausbalanciert. Abstandsmelder auf Vorder- und Unterseite verhindern Kollisionen.

Beim Umweltthema wollen die Sozialdemokraten auf die starke Verkehrsbelastung aufmerksam machen. Der Verkehr soll reduziert werden, dafür der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ausgebaut werden. Ein anderes Umweltproblem wären Kiesgärten, denen man durch „grüne Bebauungspläne“ entgegen wirken kann. Auch Aufforstung ist ein Thema. Drehorte sind unter anderem die Streuobstwiese der Genossen, am Altrhein, eine Pferdewiese beim Wasserkraftwerk, auf dem Neufeld und dem Rührberg. „Wir haben schon sehr viel Drehzeit“, meint Kipfmüller. Bis alle Filme fertig sind, haben die beiden aber noch einige Stunden Arbeit vor sich.