Grenzach-Wyhlen Rolli Dudel Zunft: Saurer Hering gegen Katerstimmung

Die Rolli Dudel Zunft versammelte sich gestern zum Traditionsabschluss im katholischen Gemeindesaal.

Grenzach-Wyhlen – Und am Aschermittwoch ist alles vorbei: Wer es bis zum Dienstagnachmittag noch verdrängt hatte, das Ende der Fasnacht ist gekommen. Das Heringessen im katholische Gemeindehaus, zu dem traditionell die Rolli Dudel Zunft einlädt, war ein deutlich schmeckbarer Hinweis drauf.

Nun ja, nach den Anstrengungen der letzten Tage mit Zunftabenden, und Umzügen waren sie alle etwas geschafft, auch Oberzunftmeister Ralf Gentner ließ daran keinen Zweifel: „Da müssen wir Fasnächtler aber durch,“ rief er immer noch etwas unternehmungslustig in den Saal. Dass Grenzach und Wyhlen inzwischen gut zusammengewachsen sind, zeigten die Vorträge. Zumindest bei den Rednern glich vieles dem Grenzacher Mählsuppelöffeln vom Rosenmontag. Aber einige Nuancen waren eben doch passend auf Wyhlen gesetzt.

Rolf Schaller zum Beispiel begann wieder mit der Pizza und empfahl diesmal, auch das Heringessen als Weltkulturerbe aufzuwerten. Ob das angesichts der von der EU beschlossenen Schutzmaßnahmen für die Heringsbestände überhaupt eine Chance hätte, darf wohl bezweifelt werden.

Annette Grether trug nochmals ihr Leid als viel zu oft mit persönlichen Problemen belastete Gemeinderätin vor. Diesmal fiel ihre Bemerkung auf, dass viele Fragende der Meinung sind, ein Gemeinderat könne alles sofort ändern und verbessern. Die Freibänkler griffen nochmals die Umgehungsstraße, die Ehe für alle und Andrea Nahles mit ihrer Fresse-Äußerung auf. Aufs Eckert zielend sangen sie: „Jetzt git’s e Beiz die kocht mit em Stern, de Sterne-Uffpreis zahle alli Schwiizer gern.“

Schließlich kam das große Geständnis von Ralf Gentner. Hatte doch Rolf Schaller über die Irrfahrt eines Autos, voll besetzt mit Wyhlemer Narren, zum Narrenkonvent, ironisiert.

Völlig verfahren in Frankreich, zweimal unnötig Maut bezahlt, da musste der Spott einfach so groß sein. Gentner gestand schließlich, dass er der Fahrer war, er aber zum Glück vor Belfort den Fehler bemerkt hätte. Verblüfft sei er nur gewesen, dass schon nach einer halben Stunde der gesamte Narrenkonvent über die Irrfahrt Bescheid wusste. Da gab es wohl den größten Lacher beim Heringessen. Wie es sich für den Bürgermeister eine Doppelgemeinde gehört, saß auch Tobias Benz tapfer vor seiner Portion Fisch und aß den genauso auf, wie er an Rosenmontag die Mählsuppe ausgelöffelt hatte.

Aber – irgend etwas passte nicht so recht dazu, wurden doch so viele Bauernwürscht verzehrt. Ob die Narren damit doch das Ende der Fasnachtszeit verhindern wollten? Gelungen ist es ihnen nicht, denn nur wenige Stunden nach dem Heringessen verbrannten die Narren unter bitterem Wehklagen die Fasnacht.

Termin: Am Wochenende gibt’s noch Schibe-Füür. Am Samstag, 17.Februar, startet der Fackelzug ab Hebelschule um 18.30 Uhr auf den Mühlrain; am Sonntag geht’s um 19 Uhr vom Kindergarten Hebelstraße auf zum Rettenacker. Treffpunkt ist je eine Viertelstunde früher.

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