Grenzach-Wyhlen Roche-Konzept für Kesslergrube soll Zeit sparen

Neues Logistik-Konzept für den Abtransport des Kesslergruben-Aushubs benötigt neue Gutachten. Gemeinde entscheidet mit

Etwas still ist es geworden um die Sanierung der Altlast Kesslergrube. Beide Unternehmen, BASF mit seiner Umspundung und Einkapselung, und Roche mit dem Totalaushub, sind mit Vorarbeiten beschäftigt. Bei Roche spielt das geänderte Logistikkonzept zudem eine große Rolle in der aktuellen Arbeit. Die Gemeinde beteiligt sich am Entscheidungsprozess. Beantragt hatte die Roche, dass das gesamte Aushubmaterial thermisch entsorgt werden sollte. Das ist weiterhin so, nur hat das Unternehmen beschlossen, nicht mehr das BASF-Areal zum Zwischenlagern der Spezialcontainer zu nutzen, bis sie mit der Bahn abtransportiert würden. Stattdessen möchte Roche einen Schritt einsparen und die Container ohne das BASF-Areal zu nutzen per Lastwagen nach Weil zu bringen, wo sie dann auf die Schiene zum Weitertransport kämen. Alternativ war auch angedacht, einen für die Anlieferung von unbelastetem Auffüllmaterial benötigten Schiffssteg auch zum Abtransportieren zu verwenden, was aber größere Änderungen am Steg mit sich bringen würde.

„Roche erwartet vom neuen Logistikkonzept vereinfachte Abläufe, eine Reduktion der Projektrisiken und eine deutliche Verkürzung der Sanierungsdauer um voraussichtlich ein Jahr“, erklärte Roche-Pressesprecher Cornelius Wittal. Statt 2021 könnte man schon 2020 fertig sein. Zurzeit prüft Roche in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, dem Regierungspräsidium Freiburg, dem Landratsamt Lörrach und der Gemeinde die Elemente des neuen Logistikkonzepts. „Teilweise sind Genehmigungen anzupassen oder neu zu beantragen. Dazu ist es nach bereits erfolgter Rücksprache mit den Behörden notwendig, zusätzliche Gutachten zu erarbeiten oder bestehende anzupassen“, so Wittal.

Dem kann Georg Lutz, Fachbereichsleiter Umwelt im Landratsamt Lörrach, nur zustimmen. Als mögliche Routen für den Abtransport der Spezialcontainer stehen entweder die B 34 oder eine Route entlang des Asphaltmischwerks über die Privatstraße zum Fallberg und von dort auf die B 34 zur Verfügung. Roche prüft bevorzugt die zweite Route, die aber durch ein Wasserschutzgebiet führt. „Der Abtransport über die Straße ist nun genehmigungsrechtlich zu fassen“, meinte Georg Lutz. Dafür müssten neue Gutachten vorgelegt werden. Wenn das Landratsamt eine Zulässigkeit erkenne, würde dies bestätigt und dem Sanierungsbescheid beigefügt. Ein komplett neuer Antrag sei deswegen nicht zu stellen. Die Route durch das Wasserschutzgebiet habe sehr marode Straßen, deren Ausbau Roche übernehmen würde. Die Problematik wegen des Wasserschutzgebietes habe im Übrigen nichts damit zu tun, dass belastetes Material bewegt wird. Dieses befinde sich in luft- und wasserdicht verschlossenen Spezialcontainern, die laut Roche sogar unbeschadet aus hoher Höhe auf die Erde fallen könnten. Bedenken müsse man aber, dass ein Lastwagen auch einmal Öl verlieren könne, weshalb genau hingeschaut werden müsse, ob die Route die richtige sei.

„Der Gemeinderat wird die Entscheidung treffen“, erklärte Bürgermeister Tobias Benz. Beide Routen hätten Vor- und Nachteile.

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