Die erste Regiobuslinie im Landkreis Lörrach, die seit Dezember 2017 zwischen Kandern und Lörrach-Brombach verkehrt, wertet das Landratsamt als Erfolg. Im Gespräch sind zwei weitere Verbindungen – eine zum Euroairport Basel-Mulhouse und eine zwischen Schopfheim und Bad Säckingen. Auf die Schnelle werden diese aber nicht kommen. Aus unterschiedlichen Gründen.

„Wir sind mit den Zahlen im ersten Betriebsjahr zufrieden“, sagt Ulrich Hoehler, Erster Landesbeamter und für Mobilität und und Verkehr zuständiger Dezernent im Landratsamt, über die Buslinie 54 Lörrach-Kandern. 2018 wurden rund 90 000 Fahrgäste befördert; das sind etwa 260 pro Tag. Und Hoehler sieht in der Linie großes Potenzial mit Blick auf das Zentralklinikum für den Landkreis, das bis 2025 im Lörracher Entenbad entstehen soll. Ist der „Sausenberger“, so der Name der Linie vom Kander- ins Wiesental, also Modell für weitere Schnellbuslinien im Kreis?

  • Schopfheim-Bad Säckingen: Für eine schnelle Verbindung zwischen Wiesental und Hochrhein sieht Hoehler durchaus Bedarf. Vor allem wegen des Ausbildungsverkehrs: Etlich Berufsschüler aus dem Landkreis Waldshut, teilweise aus dem östlichen Teil, fahren nach Schopfheim zum Unterricht; in manchen Fällen bedienen die Schulen beide Landkreise. Auch in der Gegenrichtung gebe es eine Nachfrage. Allerdings bestehe zwischen den Städten eine Verbindung, die zwar nicht perfekt sei, aber funktioniert, wie Hoehler sagt. Für eine zusätzliche Regiobuslinie müsste der gesamte Verkehr neu strukturiert werden, beispielsweise mit einem Schnellbus mit sehr wenigen Haltestellen und einem Sammler für alle anderen. Der Kreis Waldshut, auf dessen Gebiet die Strecke Schopfheim-Säckingen mehrheitlich liegt und der für eine Liniengenehmigung maßgeblich wäre, lehnt eine zweite Linie ab, weiß Hoehler. Diese Haltung lasse sich auch darauf ablesen, dass der Nachbarkreis sein Buslinienbündel im Westen derzeit vergibt und damit den Ist-Zustand für einige weitere Jahre fixiert.
  • Euroairport: Eine Option für eine Regiobuslinie könnte auch der Flughafen Basel-Mulhouse sein. Dieser ist derzeit nicht direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Landkreis erreichbar. Fluggäste können mit Tram oder S-Bahn zum Bahnhof SBB fahren und von dort den Flughafenbus 50 nehmen. Der Landkreis prüfe zusammen mit der Saint-Louis Agglomeration sowie den Städten Lörrach und Weil am Rhein den verkehrlichen Bedarf und das Potenzial einer Linie Lörrach-Euroairport. „Wir stehen aber noch ganz am Anfang“, dämpft Hoehler Erwartungen auf eine schnelle Lösung.

Eine Busanbindung des Flughafens entspräche auch dem politischen Willen. In einem Positionspapier hatte der Kreistag im Herbst gefordert, dass die deutsche Grenzregion, aus der rund ein Viertel der mehr als acht Millionen Passagiere kommt, schneller als geplant – die Bahnanbindung ist für 2028 ins Auge gefasst – direkt an den Flughafen angebunden wird und dass für die Zwischenzeit Alternativen geprüft werden. Ein Regiobus könnte eine sein. Bei ersten Gesprächen habe man „ein positives Signal“ gegeben zu einer Linie zum Airport, heißt es beim Verkehrsministerium. In den kommenden Monaten würden technische Details geklärt, um einen „dem Grunde nach förderfähigen Planungsstand zu erreichen“.