Grenzach-Wyhlen Planungswerkstatt für neues Verkehrskonzept

40 Einwohner der Gemeinde Grenzach-Wyhlen trafen sich am Montagabend zur zweiten Planwerkstatt für das neue Verkehrskonzept. Eine Bürgerinformation ist für März 2018 geplant.

Grenzach-Wyhlen – Diesmal lagen die Themen gewissermaßen auf dem Tisch: Als sich am Montagabend rund 40 Einwohner aus der Gemeinde zur zweiten Planungswerkstatt für das Verkehrskonzept zusammenfanden, bauten die Gespräche auf den bisher erarbeiteten Grundlagen auf. Zunächst präsentierte Bürgermeister Tobias Benz, wie die Verwaltung die bisherigen Anregungen bearbeitet hatte.

In einer sehr detaillierten Übersicht konnte er nunmehr viele Ideen aus der ersten Planungswerkstatt für weitere Überlegungen einnorden oder auch, wenn es gewichtige Gegenargumente gab, als nicht mehr realistisch ablegen. Eine der seit langem in der Gemeinde besprochene Aufgabe ist die Schaffung eines Pendlerparkplatzes. Derzeit stellen zahlreiche Berufstätige aus Orten der Umgebung ihre Fahrzeuge in Grenzach-Wyhlen ab und steigen hier in die Busse nach Basel um. Nicht nur, dass dadurch zahlreiche Parkplätze für den gesamten Tag blockiert werden, oft nehmen es die Pendler auch nicht gerade genau mit Parkverboten. Deshalb ist seit geraumer Weil der Bau eines Parkplatzes neben dem Kreisverkehr Wyhlen im Gespräch. Derzeit klärt die Gemeinde, ob aus dem Pendlerfonds großer Arbeitgeber in Basel ein Zuschuss zu erwarten ist, Baubeginn wird für 2019 ins Auge gefasst, entstehen sollen dort 50 Parkplätze. Gleichzeitig könnten dort Parkflächen für Tagesbesucher mit Wohnmobilen angelegt werden. „Der Bau des Pendlerparpkplatzes am Spitzacker hat aber zur Folge, dass wir die übrigen Parkplätze in der Gemeinde bewirtschaften müssen,“ erklärte Tobias Benz. „Nur so können wir vermeiden, dass dann immer noch ganztägig Autos in den Innenlagen der Ortsteile abgestellt werden.“

Bei der Diskussion in zwei Arbeitsgruppen kamen erneut Fragen zur künftigen Gestaltung des Radfahrerverkehrs am Hörnle auf. Wenn die Umfahrung des Bahnüberganges fertiggestellt ist, das soll etwa im Sommer sein, müssen Radfahrer aus Basel kommend die Bundesstraße verlassen und durch die Unterführung fahren. Dazu ist die Überquerung der B34 notwendig. Um dies zu erleichtern, so beschrieb Ordnungsamtsleiter Jürgen Käuflin, wird an dieser Stelle eine Querungshilfe in Form einer Mittelinsel angelegt. Ebenfalls an die Einfahrt zur Unterführung wird die Bushaltestelle verlegt, die derzeit an der Ostseite des Bahnüberganges liegt. Vielfach angesprochen wurde das Thema Barrierefreiheit mit dem besonderen Schwerpunkt Bahnhof Grenzach. Der Inselbahnsteig ist derzeit mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen nicht erreichbar. Eine Machbarkeitsstudie dafür liegt vor.

Die Bahn, so sagte der Bürgermeister, beteiligt sich in kleinen Orten nicht am Bau von Aufzügen. Deshalb werde die Finanzierung bei der Gemeinde liegen. Allerdings besteht die Chance, wenn Land und die IBA Basel dieses Vorhaben fördern, dass die Bahn doch mitunterstützt. Vorgesehen ist eine Lösung mit Rampen. Friederike Cyriaks wies darauf hin, unbedingt aber auch die bestehenden Zugänge zur Unterführung fahrradfreundlich auszustatten. Romana Huber setzte sich sehr engagiert für mehr Fahrten und besser abgestimmte Fahrzeiten der Buslinie 7301 ein. An Werktagen fahren die Busse zu selten und sind auch zu wenig auf den Schülerverkehr abgestimmt, schließlich besuchen etliche Kinder und Jugendliche Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen in der Kreisstadt. Aber auch an Wochenenden seien mehr Fahrten diese Linie erforderlich, denn gerade Jugendliche suchten ihr Freizeitvergnügen wegen hoher Preise weniger in Basel, sondern mehr in Lörrach. Dazu sollte die Linie 7301 auch samstags und sonntags deutlich häufiger verkehren.

Zu anderen Anregungen kamen weniger optimistische Aussichten. So zum Kleinbus über das Stauwehr des Kraftwerkes nach Augst oder auch zu einer Fähre über den Rhein nach Pratteln. Bei beiden sei zunächst noch genauerer Bedarf zu ermitteln, anderseits komme es auch darauf an, ob die Schweizer Nachbarn dies wünschen und sich beteiligen würden. Diese neue, zweite Planungswerkstatt war diesmal doch sehr präzise und konnte, auch dank der geschickten Moderation von Roland Fritz, Gisela Wachinger und Piet Sellke, trotz der vielen Teilnehmer zielgerichtet geführt werden. Für weitere Gespräche regte Manfred Mutter an, noch mehr Visionen zu entwickeln. Schließlich werde sich auch Grenzach-Wyhlen vor Umbrüchen wie etwa dem autonomen Fahren nicht verschließen.Zum Abschluss des Werkstattprozesses findet am 18. März 2018 eine Bürgerinformation statt.

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