Grenzach-Wyhlen – Die Farbe an den Wänden der Kita Löwenzahn ist sprichwörtlich gerade trocken, schon plant die Gemeinde die nächste Einrichtung. Durch einen Anbau an den Pavillon II der Bärenfelsschule soll eine Kita mit fünf Gruppen entstehen, um dem Bedarf und dem weiteren Zuzug gerecht zu werden.

  • Die Situation: 2016/17 wurde im Zuge des Mensaneubaus der Pavillon I bereits saniert, II diente als Provisorium für die Kita Löwenzahn. Der konnte im Frühjahr sein neues Domizil beziehen. Bereits 2015 hat der Gemeinderat den Masterplan Bildungscampus aufs Gleis gestellt und 2018 das Architekturbüro Vogt beauftragt, die Möglichkeiten einer weiteren Kindertagesstätte zu prüfen. „Der Bedarf ist da, die Gemeinde wächst“, so Benz. Außerdem gab er zu bedenken, dass sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche derzeit ihren Gebäudebestand prüfen. In der Gemeinde gibt es vier konfessionelle Einrichtung. Brächen davon mittelfristig welche weg, „steht die Gemeinde noch mehr in der Pflicht“, so Benz.
  • Der erste Aufschlag: Harry Vogt, der bereits den Mensabau für die Gemeinde geplant hat, stellte am Dienstag eine „kompakte und kostengünstige Lösung“ vor. Erweitert wird der Pavillon an der Westseite mit einem zweigeschossigen Anbau, der nicht unterkellert wird. Um möglichst viel Außenfläche zu erhalten, plant die Gemeinde mit sechs statt fünf Gruppen. „Gut 700 Quadratmeter Spielfläche erhalten wir so“, erklärte Vogt. Nach draußen gelangen sollen die Kids sowohl aus dem Erdgeschoss, als auch über eine Treppe vom Obergeschoss, die gleichzeitig als zweiter Fluchtweg dient.

Die Krippenkinder sind im Erdgeschoss vorgesehen, ebenso die Verwaltung und ein Sprechzimmer für Eltern. Das Obergeschoss gehört ganz dem Kindergartenbetrieb, mit Gruppen- aber auch Mehrzweckräumen. Die vorhandene Treppe soll erhalten bleiben, aber mit einer Glaskonstruktion ummantelt werden, um den Kitabereich von der öffentlichen Nutzung abzugrenzen. Denn die soll weiterhin möglich sein. Unter anderem nutzt die VHS einen Sportraum und die Lehrküche (siehe untenstehenden Text). Der lange Flur – bisher tote Fläche – bietet immerhin rund 120 Quadratmeter, die als Spielfläche mitgenutzt werden sollen.

Mit dem nahtlosen Übergang an Mensa und Grundschule könne den Kita-Kindern der Wechsel erleichtert werden. „Unsere Vorstellung ist, dass die älteren Kinder in der Mensa essen“, so Vogt.

  • Die Kosten: 3,5 Millionen Euro stehen für diesen Entwurf im Raum. „Dabei handelt es sich aber nur um eine grobe Kostenschätzung“, machte Vogt deutlich. In beide Richtungen sei noch Luft. Für die Sanierung des Bestandsgebäudes sind demnach 1,1 Millionen Euro veranschlagt, für den Neubau 1,6 Millionen. Die Außenanlage könnte für 180 000 Euro hergerichtet werden, für Ausstattung rechnet Vogt mit rund 50 000 Euro.

Die Baunebenkosten – wie Planung – schätzt Vogt auf knapp 600 000 Euro. Genau diese Summe sind laut Benz auch an Fördermitteln möglich. Deutlich mehr als beim Neubau der Kita Löwenzahn. „Das liegt daran, dass die Zuschüsse pro Gruppe gelten, die neu eingerichtet werden.“ Benz will auch deshalb in der Planung zügig vorankommen, um möglichst rasch die Gewerke vergeben zu können. „Wenn wir das mit genug Vorlauf machen, bekommen wir mehr und günstigere Angebote.“

  • Der Zeitplan: Das Ziel ist, Anfang 2020 den Bauantrag zu stellen, so dass die Baugenehmigung möglichst im Sommer vorliegt. Die Vergabe der Arbeiten würde der Gemeinderat dann Ende ‚20, Anfang 2021 vornehmen können. „Wir rechnen mit eineinhalb Jahren Bauzeit“, so Vogt. Die mögliche Eröffnung fiele aufs erste Halbjahr 2022.
  • Die Meinungen: Im Gemeinderat gab‘s aus allen Fraktionen Lob für die „gelungene Kombination aus Alt und Neu“ (Heinz Intveen SPD) und einige Verbesserungsvorschläge. Ralf Blubacher (FDP) bat darum, gleich zu prüfen, ob eine Photovoltaikanlage auf dem Dach gebaut werden könne und Ulrike Ebi-Kuhn (CDU) wünschte sich einen Sichtschutz bei der Außenanlage. Hintergrund sind Vorfälle an der neuen Kita Löwenzahn, bei denen laut Benz „ausländische Besuchergruppen Fotos und Filme von den Kindern gemacht hätten“. Annette Grether (Grüne) regte an, den geplanten Abstellraum für Kinderwagen nicht unter dem Vordach am Eingang zur Kita zu planen, weil dort in den Pausen viel Laufverkehr sei und sich bei Regen die Schüler drängelten. Stattdessen schlug sie vor, das Elternsprechzimmer vom Erdgeschoss ins Obergeschoss zu verlagern, um Raum für Abstellmöglichkeiten zu schaffen. Außerdem bat sie darum, die Teeküche mit dem Aufenthaltsraum fürs Personal zu verbinden.

Der Plan, die Kitakids in der Mensa essen zu lassen, stieß bei Alexander Drechsle (CDU) auf wenig Gegenliebe. „In größeren Gruppen zu essen, bedeutet Stress.“ Er fände es besser, wenn die Kinder in ihren jeweiligen Gruppen essen könnten. Peter Weber (Freie Wähler) traf mit seiner Wortmeldung ins Schwarze: „Kitas bauen können wir, Personal backen aber nicht.“ Um Engpässe wie beim Löwenzahn zu vermeiden, müsse frühzeitig mit der Personalplanung begonnen werden.