Erstmals gibt es in der Gemeinde ein breites Sommerangebot für Senioren. Ob Kino im Haus der Begegnung, Boule spielen im Emilienpark oder PC-Sprechstunden im Familientreff – viele Ehrenamtliche haben sich Gedanken gemacht, wie sie Menschen ab 60 Jahren eine Freude machen können. Dazu zählen auch Romana Huber und Ingeborg Hennig, die „Mitenand esse“ initiiert und damit einen Nerv getroffen haben.

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Die Idee ist bestechend einfach

Die Idee ist bestechend einfach: Alleinstehenden Menschen fällt es oft schwer, einen Restaurantbesuch zu genießen. „Wer geht schon gerne allein aus?“, hat sich Romana Huber gefragt. Sie organisiert gemeinsam mit Ingeborg Hennig seit Juli Besuche in hiesigen Restaurants, drei Mal hat „Mitenand esse“ bisher stattgefunden. „Wir haben schon Stammgäste gewonnen“, sagt Huber auf Nachfrage am Mittwoch.

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Aufruf der Seniorenbeauftragten

Begonnen hat alles mit dem Aufruf der Seniorenbeauftragten, Ilona Fritz-Schild, an alle Bürger über 60 Jahren, ihre Bedürfnisse zu melden, aber auch Ideen, wie sie sich fürs Gemeinwohl einbringen können. Das war im Winter vergangenen Jahres. Diesen Brief nahm Huber zum Anlass, nachzudenken, wie sie Mitmenschen glücklich machen kann. „Ins Restaurant geht schließlich jeder gerne – eben nur nicht allein.“ Zudem gebe es auch in der Doppelgemeinde viele ältere Menschen, die einsam seien. „Oft leben die Kinder nicht im gleichen Ort oder sind beruflich sehr eingespannt.“ Ein gemeinsames Mittagessen sei etwas, auf das man sich freuen könne. Man kommt raus aus dem Alltagstrott und findet vielleicht sogar neue Bekannte oder Freunde.

In Hennig hat sie eine Mitstreiterin gefunden. „Wir wechseln uns ab, sodass immer eine von uns mitgehen kann und auch Fragen beantwortet.“

Gut erreichbar und nicht zu teuer

Bevor es losging, haben die beiden Frauen Gaststätten gesucht, die zum einen gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind und zum anderen nicht im oberen Preissegment liegen. „Viele haben eben nicht so viel Rente zur Verfügung.“ Fündig wurden sie für den Beginn im Gasthaus „zum Ziel“ in Grenzach und „im Auerhahn“ in Wyhlen. Beide Häuser liegen nah an Haltestellen der Linie 38 und die Wirtsleute unterstützen die Idee und bieten ein preiswertes Mittagsmenü an. „Wir freuen uns ausdrücklich, wenn auch andere Wirte mitmachen. Sie können sich gerne melden“, so Huber. Man wolle gerne die gesamte hiesige Gastronomie miteinbeziehen.

Bisher sitzen nur Frauen am Tisch

An den bisherigen Terminen haben zwischen sechs und neun Senioren am Tisch Platz genommen. „Bisher nur Frauen“, sagt Huber lachend. Warum keine Männer kommen, könne sie nur vermuten. „Vielleicht ist die Hemmschwelle höher“, so Huber. Ein Mann habe mal Interesse gezeigt, aber als er hörte, dass er der „Hahn im Korb“ sein werde, sei er doch nicht gekommen.

Eine lockere Atmosphäre

Die Atmosphäre sei jedes Mal sehr locker gewesen, findet Huber. „Die Gesprächsthemen sind ganz unterschiedlich und reichen über Urlaubserfahrungen bis hin zu Politik.“ Bis September sind weitere Termine gesetzt (siehe Infokasten), aber Huber und Hennig wollen „Mitenand esse“ ganzjährig anbieten.

Auch die übrigen Angebote kommen an

Auch die übrigen Seniorensommer-Angebote finden Anklang, wie Ilona Fritz-Schild berichtet. Zur ersten PC-Sprechstunde in den Familientreff kamen sieben Interessierte, das Seniorenkino hat mit rund 20 Zuschauern beim ersten Film alle Erwartungen übertroffen. Was Fritz-Schild besonders betont: Ohne das ehrenamtliche Engagement von Menschen wie Romana Huber oder Ingeborg Hennig und vieler anderer wäre ein solches Angebot nicht zu stemmen.