Grenzach-Wyhlen – „Jubiläumskonzert“ nannte der Musikverein seinen Auftritt am Sonntagabend in der Kirche St. Georg in Wyhlen, genau besehen war es die Fortsetzung der traditionellen Kirchenkonzerte, diesmal eben eingeordnet in die Jubiläumsveranstaltungen.

Nachdem der Musikverein bereits am Tag zuvor mit sehr gehaltvoller Musik, zum Teil auch gemeinsam mit dem Gesangverein, sein hohes Niveau nachgewiesen hatte, setzte das Sonntagskonzert gewissermaßen den Punkt aufs i. Fünf recht unterschiedliche, aber durchweg sehr hörenswerte Stücke standen auf dem Programm. Der „Grand March“ des Japaners Soichi Konagaya sorgte mit der großen Fanfare für einen monumentalen Einstieg. Gedanklich folgte eine Reise nach Wien, geleitet vom „St. Stephans Choral“. Der Stefansdom war Thema dieses sehr charakteristisch ausgeformten Stückes mit Glockenspiel und großem Hall.

Hauptwerk des Abends war die „First Suite Eb“ des Engländers Gustave Holst. Markante Teile hatten alle Register mehr oder minder dominant zu spielen. Für aufmerksame Zuhörer war der fließende Wechsel zwischen den Instrumenten ein Vergnügen, alles floss ineinander.

Der zweite Satz fiel durch sein unerwartetes Ende auf, der dritte Satz war durch eine Melodie gekennzeichnet, die die Zuhörer regelrecht mitnahm. „My Dream“ von Peter Leitner und “Danzon No.2“ des Mexikaners Artur Marquez beendeten das vielfältige Konzert, freilich erklatschten sich die Zuhörer noch zwei Zugaben. Zum Abschluss war es die witzige „Serenade“ von Derek Bourgeois. Zusätzlich zum verkündeten Programmablauf gab es noch eine ganz besondere Einlage. Die Musikerfamilie Kleissner fand sich mit drei Generationen zusammen und spielte das „Ave Maria“ in der Fassung von Charles Gounod. Vater Hans mit der Tuba, die Töchter Tina Gais, Bärbel Mattes und Conny Willimann mit Flöten und Flügelhorn sowie die Enkel Lena und Kim mit Posaune und Saxophon stand so symbolisch für viele Familien, die im Lauf der 175 Jahre des Vereins über Generationen hinweg das musikalische Leben aktiv mitgestaltet haben. Auch dieses Konzert war in enger Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde und dem Bauförderverein St. Georg vorbereitet worden. Die am Ausgang eingeworfene Spenden werden geteilt, die Hälfte wird der Bauförderverein erhalten. Dieser hatte einen Apéro vorbereitet, so blieben Besucher und Musiker nach dem Konzert noch für eine Weile zusammen.