Mit einem entzückenden Kuckuckslied hat die Sopranistin Karen Haverbeck die Sommerserenade in der Wallfahrtskirche des Klosters Himmelspforte in Wyhlen eröffnet. Und mit einem weiteren Kuckuckslied desselben Komponisten Richard Nicholson aus dem elisabethanischen England als Zugabe ließ sie dieses bezaubernde Konzert auch ausklingen.

Vollbesetzt waren die Reihen in der Kapelle Maria im Buchs bei diesem reizvollen Programm, das die aus London stammende Sängerin zusammen mit einem Streichquartett aus dem Raum Basel gestaltete. Helmut Bauckner vom Verein für Heimatgeschichte begrüßte die vielen Besucher an diesem besonderen Ort, der seit Jahrhunderten die Menschen einlade, in sich zu gehen und auch schöner Musik zu lauschen.

Karen Haverbeck, eine elegante Erscheinung in schulterfreier Robe, konnte in diesen anderthalb Stunden viele Facetten ihrer Gesangskunst vorführen. Man merkte, dass die vielseitige Sängerin sowohl auf der Opernbühne als auch im kirchenmusikalischen Repertoire in ihrem Element ist. Das begann mit dem hinreißenden, neckischen „Cuckoo“-Song aus dem frühen 17. Jahrhundert und setzte sich mit den Purcell Variations von Philip Lawton fort, in denen die Sopranistin mit großem Gespür für Affekte und melodramatischem Operngestus brillierte. Ihre virtuose Stimme setzte die in Basel und Zürich ausgebildete Sängerin auch in Francesco Massimis „A solis ortu“ effektvoll ein.

Auch in der geistlichen Musik Schuberts und Mozarts setzte Haverbeck solistische Glanzlichter. Ergreifend und mit klarer Stimme sang sie Schuberts „Salve Regina“, gebettet auf den Wohlklang der begleitenden Streicher. In Mozarts „Ave Verum“ und dem „Laudate Dominum“ aus der „Vesperae de confessore“ wusste die Sopranistin die Zuhörer für sich einzunehmen mit schön geführter Stimme, die Innigkeit und Leuchtkraft ausstrahlte. Krönender Abschluss des Konzerts war Mozarts Motette „Exsultate Jubilate“, in der Karen Haverbecks noch einmal ihren höhensicherer Sopran präsentierte. Das Rezitativo gestaltete sie ausdrucksvoll und wortdeutlich.

An der Seite hatte die charmante Sopranistin ein Ensemble von erfahrenen Streicherinnen und Streichern aus der Basler Region, die als Pädagogen und Orchestermusiker engagiert sind: Tamami Hickel und Désiree Pousaz an den Violinen, Renate Würsch an der Viola und Christian Hickel am Cello begleiteten nicht nur einfühlsam die vokalen Stücke, sondern bereicherten das Programm zusätzlich mit Streichquartetten von Haydn und Mozart. Schlank und federnd im Klang, mit klassisch ausgewogenem Ensemblespiel spielten sie diese kammermusikalischen Delikatessen.

Das Haydn-Spiel hatte Esprit und Schwung in den Presto-Sätzen, war im Adagiosatz auch schön sangvoll ausgehorcht. Auch die Mozart-Interpretation gefiel durch einen sehr kultivierten Streicherklang und Spielfreude. Schön war, dass die Musiker neben diesen Klassikern auch ein Streichquartett der wenig bekannten venezianischen Komponistin Maddalena Sirmen im Programm hatten, das sich als lohnende Repertoireentdeckung erwies.

Das Publikum hatte viel Freude und Vergnügen an diesem abwechslungsreichen Programm mit Vokal- und Instrumentalwerken und an den sehr lebendigen und farbigen Darstellungen der Interpreten und feierte diese mit großem Beifall. Das Glockengeläut überbrückte Helmut Bauckner mit einem kleinen Verweis auf die Altäre aus der Barockzeit mit ihren Heiligenfiguren.