Grenzach-Wyhlen – Über Pizza kommen Jugendliche ins Gespräch mit den Kandidaten zur Gemeinderatswahl. Bei den Jugendlichen kommt das Konzept gut an. Allerdings waren nicht viele zu der Diskussionsrunde gekommen.

Politik und Pizza

„Die Pizza wird bald geliefert, aber vorher müsst ihr erst noch was schaffen“, kündigte Gisela Schleidt von der AG Jugend des Kreisjugendreferats an, das gemeinsam mit dem örtlichen Jugendreferat ins Haus der Begegnung geladen hatte. Durch die Veranstaltung führte Pavlos Wacker. Der Pädagogik-Student aus Freiburg ist ein geübter Moderator von politischen Veranstaltungen für Jugendliche. Er erklärte: „Das ist ein Austauschanlass. Es soll ein Dialog entstehen.“ Wacker erklärte, dass die Jugendlichen lernen sollen, dass alles um sie herum politisch ist. „Die Kommune ist dazu geeignet als politischer Raum wahrgenommen zu werden“, sagte Wacker.

Diskussion an den Tischen

„20 Kandidaten sind anwesend, auf den Listen stehen aber mehr“, erklärte Jugendreferatsleiter Christoph Richter. Nach ihren Parteien sortiert, verteilte Wacker immer vier Gemeinderatswahlkandidaten der CDU, SPD, Grünen, FDP und Freien Wähler (FW) auf fünf Tische, zu denen die Jugendlichen gehen und in die politische Diskussion einsteigen konnten. Wacker behielt die Uhr genau im Blick, denn nach 15 Minuten rotierten die Jungwähler zum nächsten Tisch, so dass sich nach vier Wechseln die Jugendlichen bei allen Fraktionen über kommunalpolitische Standpunkte informieren und einen direkten Vergleich der Parteien anstellen konnten.

Themen

Engagiert brachten sich die Jugendlichen mit ihren Fragen ein, während die Jugendarbeiter die Pizzen servierten. Das Feld Jugendbeteiligung tat sich an fast allen Tischen auf und auch Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche waren ein wiederkehrendes Thema, ebenso wie Klimaschutz. Die Parteien nutzten die Gelegenheit, um ihre Themen den Jugendlichen näher zu bringen. Am Tisch der CDU wurde über den Erhalt des Pflegeheims Himmelspforte gesprochen. Die FW erklärten die Bedeutung einer professionellen Wirtschaftsförderung für eine Kommune. Bei der FDP wurden die Planungen der Umgehungsstraße diskutiert. Die Grünen stellten ihre Vorstellung einer modernen Mobilität vor. Und die SPD erklärte die Rolle des sozialen Wohnungsbaus. Viele Jugendliche zeigten sich gut informiert, hinterfragten die Antworten oder übten auch direkte Kritik an den Lösungsvorschlägen der Parteien.

Die Jugendlichen

Angesichts der Anzahl der Kandidaten waren nur wenige Jugendliche gekommen, kaum mehr als Kandidaten selbst. „Wir haben diese Woche unser Pflichtpraktikum“, berichtete ein 16-jähriger Wyhlener Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums. „Das hat vielleicht welche abgeschreckt.“ Die elfte Klasse des LMG lädt am Mittwoch außerdem selbst zu einer politischen Diskussion, wodurch weitere Jugendliche von einer Teilnahme abgehalten worden sein könnten. Diejenigen, die ins Haus der Begegnung gekommen waren, lobten die Veranstaltung mehrheitlich. Aber: Eine 17-Jährige kritisierte, dass die Kandidaten zu viel Wahlwerbung gemacht hätten. Sie meinte: „Ich weiß immer noch nicht, wen ich wählen soll.“

Probeabstimmung

Zum Abschluss durften die Jugendlichen auf einem Probe-Stimmzettel eine Stimme unter den 20 Kandidaten vergeben. Die Auswertung ergab eine Stimmenverteilung von 33,33 Prozent für die Grünen, 28,57 Prozent für die SPD, 23,81 Prozent für die CDU, 9,52 Prozent für die FDP und 4,76 Prozent für die FW. Mit gleich vielen Stimmen kamen jungen Kandidaten Felix Kohler (CDU), Leon Inteveen (SPD) und Florian Schneider (Grüne) auf die ersten Plätze.

Annette Grether (Grüne) und Jan Turski (FDP) konnten ebenfalls einige Stimmen auf sich vereinen, und auch Alexander Drechsle (CDU), Katja Schäfer (SPD), Ralpf Weihs (SPD), Katharina Nobs (Grüne) und Patrick Grun (FW) konnten bei den jungen Wählern punkten.