Grenzach-Wyhlen (sk) Die Sanierung der Kesslergrube durch das Pharmaunternehmen Roche musste eine längere Zwangspause einlegen. Grund hierfür war die Verformung sogenannter Steifen, weshalb die erforderliche statische Stabilität nicht mehr gegeben war, wie das Unternehmen im aktuellen Baustellenbulletin berichtete. Das hatte eine mehrwöchige Unterbrechung der Aushubarbeiten zur Folge.

Das Problem

Beim Einbau der letzten Steifen aus dem bereits sanierten Baufeld Nord in das Baufeld Süd zeigte sich, dass diese nicht wie geplant eingebaut werden konnten. Die Steifen verformten sich stärker als zulässig und verfügten so nicht mehr über die erforderliche statische Stabilität.

Die langen Stützen haben die Aufgabe, während des Aushubs und der Wiederverfüllung die Baugrube statisch abzusichern. Da die strengen Sicherheitsvorgaben nicht mehr erfüllt waren, wurde der weitere Aushub bereits Ende März unterbrochen.

Das weitere Vorgehen

In den darauffolgenden Wochen wurden alle Steifen, die aus je drei einzelnen Segmenten bestehen, sowie alle einzelnen Verbindungen detailliert kontrolliert. Alle Steifen, die außerhalb der Einbautoleranzen lagen, wurden durch neue ersetzt. Bevor die Installation der neuen Steifen erfolgen konnte, mussten die einzelnen Steifensegmente in den Schwarzbereich eingeschleust und dort vormontiert werden. Die ausgetauschten Steifen wurden demontiert, gereinigt und ausgeschleust.

Zudem wurden die Verbindungsschrauben aller Steifensegmente erneuert und die statische Durchbiegung kontrolliert, teilt Roche dazu weiter mit.

Der Zeitplan

Die erwähnten Maßnahmen hatten eine mehrwöchige Unterbrechung der Aushubarbeiten zur Folge. Nach statischer Überprüfung erfolgte die Wiederaufnahme der Aushubarbeiten in Baufeld Süd vergangene Woche. Diese werden voraussichtlich im September abgeschlossen sein.

Die Aushubmenge

Die Aushubmenge ist seit Ende März unverändert: Aus Baufeld Süd wurden rund 28 000 Tonnen Erdmaterial ausgehoben (etwa 30 Prozent der Gesamtmenge dieses Baufelds) und zur thermischen Entsorgung transportiert.

Insgesamt sind aktuell rund 208 000 Tonnen teils unbelastetes und teils belastetes Erdreich in gasdichten und havariesicheren Spezialtransportcontainern zur thermischen Entsorgung abtransportiert worden. Das entspricht rund 64 Prozent des planerischen Gesamtaushubs von rund 325 000 Tonnen.

Sonstiges

Die Unterbrechung der Aushubarbeiten wurde für Wartungsarbeiten an den Maschinen (beispielsweise am Seilkran auf dem Schiffsanleger) und der technischen Einrichtungen genutzt. Auch wenn in dieser Zeit keine Aushubarbeiten stattfanden, musste der Betrieb im Inneren der Einhausung weiterhin sichergestellt bleiben.

Ausblick

Aushub und Rückverfüllung des Baufeldes Süd, des zweiten von drei Baufeldern, können voraussichtlich bis Ende 2019 abgeschlossen werden. Als dritter und letzter Bauabschnitt wird das Baufeld Mitte saniert. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2020. Anschließend wird der sanierte Bereich für eine mögliche gewerblich-industrielle Folgenutzung hergerichtet. Zusätzlich müssen Rückbaumaßnahmen erfolgen und das Areal verkehrstechnisch wieder erschlossen werden.