Grenzach-Wyhlen (vep) Manchmal hat es doch etwas Gutes, etwas später dran zu sein als andere: Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen hat die Gemeinde noch keinen Kunstrasenplatz gebaut und muss sich daher auch nicht um die von der EU-Kommission angekündigte Prüfung dieser Plätze (siehe Infokasten) sorgen. Klar ist aber: Einen Platz mit Mikroplastik-Granulat wird die Gemeinde nicht bauen. Stattdessen prüft sie Alternativen.

Für Kommunen, die noch keinen Kunstrasenplatz haben, gibt es eine klare Empfehlung des Städte-und Gemeindetags: besser nicht bauen. Denn die EU-Kommission lässt derzeit prüfen, wie man die Verbreitung von Mikroplastik, das als Granulat Kunstrasenplätzen zugesetzt ist, verhindern oder zumindest verringern kann. Vom sofortigen Verbot solcher Plätze kann zwar keine Rede mehr sein, aber: „Unter diesen Umständen wäre es unverantwortlich, einen Kunstrasenplatz mit diesem Granulat zu bauen“, erklärt Bürgermeister Tobias Benz auf Nachfrage. Sollte ein solcher Platz in wenigen Jahren nachgerüstet werden müssen, wäre das Verschwendung von Steuergeldern. „Vom Umweltaspekt ganz zu schweigen.“ Dass die SG aber einen vernünftigen Trainingsplatz brauche, stehe außer Frage. „Den jetzigen Platz kann man nicht als Rasen bezeichnen, das ist ein Acker.“ Der Fußballverein brauche einen ganzjährig nutzbaren Platz, auch weil die Hallenkapazitäten in der Gemeinde begrenzt sind. Deshalb werden sich Verwaltung, Gemeinderäte und Vertreter der SG nach der Sommerpause Plätze anschauen, die mit Alternativen arbeiten. Möglich sind etwa Kork oder Kokosnussfasern.

Danach werde man gemeinsam entscheiden, welchen Platz man bauen sollte. Ein Rasenplatz – wie etwa von der Grünen-Fraktion favorisiert – könne aber nicht die Lösung sein. „Wegen der Nähe zum Wasserschutzgebiet müsste dieser aufwendig abgedichtet werden.“ Außerdem müsse man für einen solchen Platz einen neuen Förderantrag stellen.

Wie berichtet, hat das Land im Mai dieses Jahres den Antrag auf einen Zuschuss bewilligt, 120 000 Euro fließen in die Gemeinde. Die SG trägt ihren Teil dazu bei und übernimmt die Sanierung des Vereinsheims.