Mit einer kleinen Feier am Jugendhaus wurde die Wahl zum ersten Jugendgemeinderat beendet. Etwa 20 Jugendliche waren gekommen, dazu die Mitarbeiter des Jugendreferats aus der Verwaltung, einige Gemeinderäte und Bürgermeister Tobias Benz. Das sei ein sehr wichtiger Impuls für das Zusammenleben in der Gemeinde lobte der Bürgermeister diese Wahl.

„Besonders wertvoll ist, dass die Anregung dafür von Euch selbst kam,“ lobte der Bürgermeister. „Doch auch jene, die Euch gewählt haben, sind nun zur Mitarbeit aufgerufen und haben unmittelbare Ansprechpartner, um ihre Ideen einzubringen.“ Zwar werde durchaus nicht jeder Vorschlag umzusetzen sein, aber allein die Diskussion darüber bringe das gemeinsame Leben im Ort voran. Der Gedankenaustausch der Generationen soll in der Gemeinde unbedingt lebendig gehalten werden. Dabei sei es selbstverständlich, dass junge Einwohner andere Wünsche und Vorschläge haben als die älteren Generationen.

Elf Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren hatten für den Jugendgemeinderat kandidiert. Von den 1271 Wahlberechtigten Jugendlichen aus der Gemeinde haben aber nur 150 ihr Wahlrecht genutzt. Zwar sind dies rund 12 Prozent, doch eben doch nicht sehr viele. Die Gewählten selbst haben recht intensiv darüber nachgedacht, warum die Teilnahme so gering war. „Vielleicht war die Werbung doch nicht ausreichend genug“, meinte Anna Kohler, sie erreichte mit 92 die höchste Stimmenanzahl. Vielleicht seien viele Schüler und Lehrlinge auch etwas zurückhaltend gewesen, weil sie sich nicht sicher sind, ob ein Jugendgemeinderat etwas bringt. Das bestätigte auch Tobias Benz. So lange Jugendliche nicht davon überzeugt seien, dass derartiges Engagement wirklich etwas bewege, blieben sie eben zögerlich. „Aber ich bin mir sicher, dass das Interesse wächst, sobald klar ist, dass wir etwas bewegen können“, meinte Anna Kohler optimistisch.

Auch die Wahl an sich habe schon das Interesse an Kommunalpolitik gesteigert. Charlotte Lindemann, mit 86 Stimmen ebenfalls überzeugend gewählt, sieht das neue Gremium als Vermittler zwischen aktiven und weniger engagierten Jugendeichen. Sie ist sich sicher, dass der Jugendgemeinderat bald etwas anschieben könne.

Jugendreferent Christoph Richter führte noch die Vorbildrolle der Eltern an. Jene Jugendliche, deren Eltern bei Wahlen zur Urne gingen, würden dies ebenfalls gerne tun. Elvis Bejtovoic (83 Stimmen) und Yorick Weiß (86 Stimmen) sind sich sicher, dass ihre Freunde in der Klasse am Gymnasium mit vielen Ideen auf sie zukommen werden. „Eine erste Idee haben wir auch schon,“ meinte Yorick „Wir möchten gerne das Freibad für Jugendliche noch etwas attraktiver machen.“

Auf jeden Fall biete der Jugendgemeinderat viele Möglichkeiten, um die Mitsprache von Jugendlichen in der Kommunalpolitik deutlich zu verbessern. Im September, wenn das neue Gremium erstmals zusammenkommt, werden eingebrachte Ideen gründlich durchdacht. „Wir möchten die Vorschläge vervielfachen,“ kündigte Elvis Bejtovic an.

Die zur kleinen Feier gekommenen Gemeinderäte freuten sich über den Tatendrang der frisch gewählten Jungparlamentarier. Erste Gespräche kamen dabei schon zustande. Auch die beiden Jugendlichen, die den Einzug in den Jugendgemeinderat nicht geschafft hatten, waren bei der Wahlparty dabei. Ein großes Dankeschön ging noch an Mareike Stächelin aus dem Jugendreferat, sie hatte die gesamte Organisation bewaltigt.