Grenzach-Wyhlen (kde) „Teil sein der Demokratie“, das will das Jugendparlament (Jupa) den Jugendlichen in Grenzach-Wyhlen ermöglichen. Seit Oktober setzen sich die insgesamt neun Parlamentarier für die Interessen der Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren ein und versuchen das „Kaff“, wie Vorsitzender Elvis Bejtovic sagte, attraktiver zu gestalten. In seiner Rede im Schulzentrum am Freitag klärte er die Schüler über Ziele und Ideen des Jupa auf.

Im Rahmen einer Umfrage hat sich das junge Parlamentsteam vorab bereits über die Wünsche und Forderungen der Jugend informiert. Ganz groß im Kurs standen dabei vor allem die Bereitstellung neuer Freizeitmöglichkeiten, der Ausbau der Bus- und Bahnverbindungen aus den umliegenden Ortschaften und, selbstverständlich, alles rund um das Internet. Besonders polarisierend schien hierbei die neue, geplante EU-Urheberrechtsreform zu sein. Vor allem der bekannte Artikel 13 ist den meisten Jugendlichen ein Dorn im Auge. Aufgeregtes Gemurmel füllte den Raum bei dem Gedanken, dass sogenannte „Memes“ künftig aus dem Netz verschwinden sollen. Dagegen wolle das Jugendparlament vorgehen, das Wie, blieb allerdings unausgesprochen.

Realistischer gestaltet sich dagegen das Vorhaben um die Schaffung einer neuen Freizeitanlage, die sowohl als „Ort zum Entspannen“ dienen soll, aber auch zum Grillen und Fußballspielen geeignet sein müsse. Zur Zeit sei hierfür der Platz neben dem Schwimmbad angedacht, erklärte Bejtovic. Er wies die Teilnehmenden aber auch darauf hin, dass zur Verwirklichung dieser Ziele ihre Unterstützung gefragt sei. Nur zwölf Prozent aller Wahlberechtigten haben im Juni vergangenen Jahres ihre Stimme abgegeben. „Wir sind die, denen die Zukunft offen steht. Wir sind die, die noch die Möglichkeit haben, etwas zu tun“, erklärte der Vorsitzende und rief dazu auf, konkrete Anliegen persönlich an das Jupa zu richten.

Die Reaktionen der Gymnasial- und Realschüler fielen gemischt aus: „Es ist gut zu wissen, was passiert“, sagte die 19-jährige Emily Darda auf Nachfrage, „aber es wird doch viel um den heißen Brei geredet“. „Die sagen immer viel, aber es kommt nichts bei raus“, bekräftigte Viola Aliu, 17 Jahre alt.

Alle waren sich einig, dass die Repräsentation durch ein Jugendparlament grundsätzlich eine gute Sache darstelle und wichtige Themen angesprochen wurden. Was jetzt noch fehlen würde, seien aber sichtbare Ergebnisse.