Grenzach-Wyhlen (vep) Seit April gibt es im Hotel Villetta einen Tourist-Info-Point. In Kooperation mit der Gemeinde versorgen Katrin Scheibner und ihr Team Touristen aber auch Einheimische mit Informationen über die Gemeinde und die nähere Umgebung. Nach den ersten Wochen zieht Scheibner eine positive Bilanz – und hat Ideen, was noch besser gemacht werden könnte.

Der Aufsteller ist nicht zu übersehen: Tourist-Info-Point steht in fetten Lettern auf der Fahne vorm Eingang des Villettas, daneben ein Regal mit allerhand Broschüren. „Das müssen wir regelmäßig auffüllen, weil viele Menschen gar nicht zu uns reinkommen, sondern sich dort bedienen“, sagt Scheibner. Reinkommen tun aber dennoch einige – und das vom ersten Tag an. „Wir halten jeden Kontakt schriftlich fest und schicken die Berichte einmal im Monat an die Gemeinde“, erklärt die Hotelbetreiberin und öffnet einen Ordner. „Restaurantempfehlung ausgesprochen“, steht da an einem Tag. Oder: „Informationen über Gemeinde gegeben“.

Pro Tag seien es zwischen ein und zwei Kontakte. Neben den eigenen Gästen kämen viele aus den benachbarten Häusern Zum Ziel oder Eckert. Aber auch Einheimische nutzen die Anlaufstelle, um sich mit Flyern oder Broschüren für die eigenen Ferienwohnungen zu versorgen. „Einmal kam auch jemand und hat nach Gelben Säcken gefragt“, erinnert sich Scheibner lachend. Den habe man ins Rathaus geschickt.

Ihr und Kollegin Michele Lentzy macht es Spaß, Tipps weiterzugeben. Lentzy etwa kennt besondere Spielplätze in der Umgebung oder weiß, welche Waldwege gut mit dem Kinderwagen zu gehen sind. Scheibner empfiehlt gerne den Altrhein mit anschließender Einkehr im Gasthaus zum Kraftwerk, und natürlich einen Abstecher in die Römervilla oder einen Gang hoch zur Chrischona. „Basel ist auch ein beliebtes Ausflugsziel“, so Scheibner.

Neues Personal musste sie für diese Extra-Aufgabe bislang nicht einstellen. „Die Menge ist für uns gut händelbar.“ Um sich für die neue Aufgabe zu wappnen, hat das Team einen Tag beim Info-Point der Stadt Weil am Rhein reingeschnuppert und sich Tipps geholt. Anfragen per Mail oder Telefon werden an die Gemeinde weitergeleitet. „Uns macht es Spaß und es läuft gut“, resümiert Scheibner. Vom zunehmenden Radtourismus allerdings, wie beispielsweise in der Nachbarstadt Rheinfelden zu beobachten ist, profitiert die Gemeinde (noch) nicht. „Ich habe sogar den Eindruck, dass es weniger Radtouristen geworden sind, als früher“, sagt Scheibner, die auch eine mögliche Erklärung dafür hat.

Die findet sich in der Broschüre über den Oberrhein-Römer-Radweg. Grenzach-Wyhlen ist zwar Start- oder Endpunkt des 200 Kilometer langen Weges, der stark beworben wird und auf großes Interesse stößt. „Aber die meisten Touristen, die den Weg vom Bodensee kommend fahren, landen in Rheinfelden und fahren von dort über Eichsel Richtung Lörrach und weiter.“

Wenn auf dem Flyer der „sehr schöne Weg“ über Riehen nach Lörrach eingezeichnet wäre, würden vielleicht mehr Radler auch in Grenzach-Wyhlen vorbeikommen – und damit auch am Info-Point in Grenzach.

An dessen Konzept möchte Scheibner nichts ändern. „Das ist genau gut so.“ Was aber durchaus nicht schaden würde, wären noch mehr Flyer aus der Gemeinde. „Uns fehlt ein Veranstaltungskalender“, findet Scheibner. Und gerne dürfen Vereine, die Feste veranstalten, ihre Flyer an der Rezeption auslegen. „Es ist doch toll, wenn wir den Gästen sagen können, was hier im Ort alles los ist.“ Von manchen Festen erfahre sie selbst erst, wenn sie schon stattfinden oder gar rum sind.

Und: Auf der neuen Homepage der Gemeinde könnte der Info-Point ruhig etwas prominenter beworben werden. „Ich habe mich einmal durchgeklickt und es hat ziemlich lange gebraucht, bis ich das Angebot gefunden hatte.“