Grenzach-Wyhlen Im Waldkindergarten wohnen Mädchen und Jungen wie Hobbits

Der Waldkindergarten in Grenzach-Wyhlen beherbergt bald 20 Kinder. Interessierte haben vorab die Einrichtung begutachtet.

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres gibt es eine Tagesstätte mehr in der Gemeinde Grenzach-Wyhlen. Am östlichen Ortsrand, unterhalb der Buttenhalde, wird der neue Waldkindergarten 20 Kinder betreuen. Am Samstag war Informations- und Anschautag. Viele Eltern kamen, zum Teil mit Kindern zum Teil auch ohne, um einfach mal zu sehen, wie es denn dort zugehen wird.

Eine Villa aus Holz

Seit einigen Tagen steht der neue Hobbitwagen am Rand des Waldspielplatzes. Die Holzkonstruktion ist ein Unikat, speziell für den Waldkindergarten gebaut. Er bietet alles, was notwendig ist, um die Kinder sicher und sauber zu behüten. Ein großer Aufenthaltsraum, eine Toilette, eine Küchenecke, Spielgelegenheiten, ein Ruhefell, Tisch und Bänke – erstaunlich, was durch die logische Anordnung alles hineingebracht wurde. Michael Heß aus Freiburg baut solche originellen Unterkünfte, markant durch die runde Tür und die runden Fenster. Für kühle Tage ist ein Holzofen untergebracht, abgetrennt durch ein Schutzgitter. Wasser- und Abwasseranschlüsse sind montiert, draußen steht noch ein großer Wasserspender zum Händewaschen und Schuhe abspülen. Der Spielplatz bleibt auch künftig für alle Kinder zugängig.

Skandinavisches Vorbild

Johannes Reiser, Leiter des Waldkindergartens, war am Samstag viel beschäftigt. Mit unzähligen Fragen kamen Eltern auf ihn zu. Auf jede gab es eine Antwort. Ab September werden 20 Kinder von 8 bis 14 Uhr betreut. Der Tag beginnt zunächst mit freiem Spiel, so lange, bis alle da sind. Ab 9 Uhr finden sich die Kinder zum Morgenkreis zusammen, um gemeinsam zu singen und sich auf die kommende Betreuung einzustimmen. Dann geht’s auch gleich ab in den Wald. Das Frühstück wird mitgenommen, auf einem schönen Platz sollen die Kinder Ruhe finden und gemeinsam essen. Anschließend folgen die Erlebnisse in der Natur.

Waldpädagogik kommt aus Skandinavien. „Dabei steht das Kind absolut im Mittelpunkt,“ beschreibt Reiser. „Aus Waldorf- und Montessori-Pädagogik wurde vieles einbezogen und weitere eigene Elemente dazu entwickelt. Diese Formen fördern die Kreativität und das Selbstbewusstsein der Kinder.“ Anmeldungen gibt es derzeit schon viele, jedoch darunter nur ein Mädchen. Das sollte doch noch etwa gemischter werden. Vier Erzieher sind hier beschäftigt, darunter zwei Männer. „Das ist selten, aber sehr gut,“ meinte Veronique Ringwald, Vorsitzende der Vereins Spielwiese. Dieser Verein ist Träger des Waldkindergartens. Die Gebührensätze sind gleich wie bei allen anderen Kindergärten in der Gemeinde, jedoch: wer sein Kind hier zur Betreuung anmeldet, muss auch Mitglied des Vereins werden .

Probespielen am Samstag

Selbstverständlich nutzten die zahlreichen Kinder, die mit ihren Eltern gekommen waren, gleich die Gelegenheit, sowohl den Hobbitwagen mit allen seinen Einrichtungen als auch die Spielgeräte im Freien genau zu erkunden und zu nutzen. Besonderen Zuspruch fand dabei die Wassersäule, die Schaukeln und die Rutsche waren ebenfalls stark begehrt. Kindern aus Waldkindergärten wird nachgesagt, dass sie zu Schulbeginn leistungsfähiger und robuster seien als ihr Altersgenossen aus Regelkindergärten. Das mag am fast ausschließlichen Aufenthalt im Freien und den zahlreichen Möglichkeiten zur Selbstbehauptung liegen. Denn, womit sich die Kinder im Wald beschäftigen, ist ihnen größtenteils selbst überlassen.

Was denn bei Regen sei, wollten einige Eltern wissen. „Na, dann sind wir auch im Wald,“ erklärte Reiser. „Ein auffälliger Unterschied zu andren Einrichtungen ist, dass hier die Kinder stets etwas schmutziger sind,“ schmunzelte er. Auch sei es durchaus kein Kriterium für die Aufnahme, dass Dreijährige gleich trocken sein müssten. Wenn andere zur Toilette gehen, wollen sie bald alle mit, Windeln würden dann recht schnell überflüssig. In puncto Sicherheit ist auch vorgesorgt, Feuerlöscher und Rauchmelder gehören zur Ausstattung des Hobbitwagens, eine Erste-Hilfe Tasche liegt bereit und Reiser selbst ist ausgebildeter Rettungssanitäter. Sollte das Wetter mal richtig grauslig werden, vielleicht mit einem schweren Gewitter, ist als Notunterkunft die Turnhalle in der Hebelschule vorgesehen. Die Gemeinde habe an alles gedacht und für die Einrichtung des Waldkindergartens sehr gute Unterstützung geleistet. Die Eltern waren am Samstag durchweg zufrieden, hatten sie doch auf alle Fragen Antworten bekommen.

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