Eschentriebensterben, Buchbaumbefall und schwierige Wetterverhältnisse – der Gemeindewald hat im vergangenen Jahr mit einigen Problemen zu kämpfen gehabt. Auch das neue Jahr geht nicht so los, wie es sich die Waldarbeiter wünschen würden. Wegen des nassen Wetters kann derzeit kein Holz gemacht werden. Für Förster Markus Dischinger ist das aber kein Grund zur Sorge, denn er hat immer einen Plan B in der Hinterhand.

Eschen werden gefällt

Aktuell sieht dieser Plan vor, dass Eschen gefällt werden. Das Eschentriebsterben ist schon seit Jahren ein Problem, im vergangenen Jahr hat es sich, auch wegen der enormen Trockenheit, noch einmal „signifikant verschlechtert“, erläutert Dischinger. Aus diesem Grund müssen die Waldarbeiter nach und nach alle Eschen entlang der viel genutzten Waldwege auf beiden Seiten Fällen, jeweils in einer Tiefe von 30 Metern, was ungefähr einer Baumlänge entspricht. „Das hat Sicherheitsgründe und soll verhindern, dass die kranken Bäume auf den Weg fallen“, so Dischinger.

Diese Arbeiten laufen schon seit zwei Jahren sind derzeit eine gute Alternative, da die Waldarbeiter sich dabei vor allem auf den Wegen bewegen können. Eigentlich ist der Winter aber die Zeit, in der vor allem Laubholz, auch in den weniger gut zugänglichen Bereichen des Waldes, gefällt werden sollte. Da die Böden derzeit aber zu nass uns matschig sind, ist das nicht möglich. Dischinger hofft sehr, dass der Winter noch kälter wird, denn zu lange kann diese Arbeit nicht aufgeschoben werden. „Wir müssen das Laubholz auf jeden Fall im Winter machen, im Sommer verdirbt es leicht und wird von Pilzen befallen.“

Keine Hoffnung für den Buchs

Was den Buchsbaum angeht, hat Dischinger wenig Hoffnung. Zwar hätten sich die Bestände im Gemeindewald vor einiger Zeit wieder etwas von den Angriffen des Buchsbaumzünsler erholt gehabt, im vergangenen Jahr hätte der Schädling aber wieder voll zugeschlagen, außerdem warfen viele Bäume als Schutzmechanismus gegen die extreme Trockenheit im Sommer ihre grünen Blätter ab.

„Nach aktuellem Stand ist beim Buchs fast nichts mehr grün“, berichtete Dischinger. Er denkt zwar, dass sich die bestände wieder ein bisschen erholen, auf lange Sicht aber dennoch sterben werden. „Wir müssen uns in Grenzach-Wyhlen wohl an einen Wald ohne grünen Buchs gewöhnen.“ Denn mit Schädlingsbekämpfungsmitteln gehen die Waldarbeiter nicht ran, sondern lassen der Natur in diesem Fall ihren Lauf.

Wald wächst an Bettinger Straße

Nach dem es an der Bettinger Straße immer wieder Probleme mit umfallenden Starkbuchen bei starkem Wind gegeben hatte, wurden dort Anfang des vergangenen Jahres auf einer Länge von etwa 350 und einer Tiefe von 40 Metern alle starken Bäume gefällt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die schwächeren und jungen Bäume blieben stehen. Seither wurde an dieser Stelle nichts mehr gemacht.

„Auch wenn viele es als ,Sauerei’ empfinden, wie es dort aussieht, soll das genau so sein“, erklärt Markus Dischinger. Auf rund zwei Dritteln der Fläche habe sich die Naturverjüngung etabliert, was bedeutet, dass junger Wald nachwächst. „An den Stellen, an denen gar nichts kommt, werden wir im Herbst ein bisschen aushelfen“, so der Förster. Dann werden eine Sträucher und wärmeliebende Bäume, etwa Eiche oder Elsbeere nachgepflanzt.

„Die Bäume sollen an dieser Stelle gar nicht wieder ganz schnell groß werden, sonst haben wir dort wieder das gleiche Problem“, gibt Dischinger zu bedenken. Was nun nachwachse, sei ein ökologisch sehr wertvoller Wald.