Mit guten Wünschen, guten Worten, guter Musik und zwei besonders „guten“ Mitbürgern ist die Doppelgemeinde am Samstag ganz offiziell ins Jahr 2019 gestartet. Zum traditionellen Neujahrsempfang kamen Hunderte Gäste.

  • Die Gäste: Schon vor dem offiziellen Beginn um 18 Uhr hatten die beiden freundlichen Frauen an der Garderobe alle Hände voll zu tun, den Gästen ihre Jacken und Schals abzunehmen. Vor der Tür zum Festsaal bildete sich dann schnell eine lange Schlange, denn bevor die Gäste ihren Platz einnahmen, gab’s einen Händedruck und das eine oder andere persönliche Wort von Bürgermeister Tobias Benz und Ehefrau Lisa. Unter die Besucher mischten sich unter anderen auch Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, Amtskollegen aus Inzlingen und Efringen-Kirchen, die CDU-Abgeordneten Sabine Hartmann-Müller und Armin Schuster sowie Ehrenbürger Erhard Richter und Alt-Bürgermeister Hansjoachim Könsler. Gemeinderäte und Vertreter aus der Wirtschaft, der örtlichen Vereine und Schulen sowie der Schweiz kamen ebenfalls.
  • Die Ansprache: Wer die Entwicklungen der Doppelgemeinde im vergangenen Jahr nicht ganz aufmerksam verfolgt hatte, ist seit der Neujahrsansprache von Bürgermeister Tobias Benz wieder auf dem neuesten Stand. In einer knapp einstündigen Rede streifte er alle Herausforderungen, die das alte Jahr mit sich gebracht hatte und sparte auch nicht an Kritik. Sei es an Land und Bund, die die Doppelgemeinde mit dem Gewerbesteuerrückzahlungsrisiko allein lasse, oder am Regierungspräsidium wegen des schleppenden Fortschritts der Ortsumfahrung.

Als das zentrale Thema für die Zukunft machte Benz das Wohnen aus und die sozialen Spannungen, die immer teurere Miet- und Kaufpreise nach sich ziehen. „Wohnen wird so immer mehr zur sozialen Frage“, so Benz. Die Gemeinde werde sich nach Kräften bemühen, dieser Entwicklung mit gefördertem, bezahlbarem Wohnraum gegenzusteuern. „Ein Dorf, das Anziehungspunkt für junge Menschen ist, die hier ihre Familie gründen, hat Zukunft“, so Benz. Dazu trügen auch die vielfältige Vereinslandschaft und die vielen engagierten Bürger bei.

  • Die Ehrungen: „Das wurde wirklich Zeit, dass der Herr Bauckner so eine Auszeichnung bekommt“, sagte eine der Besucherinnen. Der tue schließlich so viel für den Ort. Wie viel, davon konnten sich auch die Gäste überzeugen, die den rührigen Vorsitzenden des Vereins für Heimatgeschichte nicht kennen. In seiner Laudatio hob Benz nicht nur diesen Verdienst hervor. „Helmut Bauckner kümmert sich um die Vergangenheit und Zukunft des Orts.“ In unzähligen ehrenamtlichen Stunden organisiere Bauckner „als Gemeindekonzertmeister“ ein vielfältiges Kulturprogramm, kümmere sich um die Integration von Flüchtlingen und habe mit viel Herzblut für die Errichtung eines Gedenksteins gekämpft, mit dem die Erinnerung an den polnischen Zivilarbeiter Wladislaw Wielgo wachgehalten werde, der von Nazischergen in Grenzach ermordet worden war. Bauckners jüngste Großtat sei die Errichtung des Schutzdachs für die historische Zehnttrotte gewesen. „Dafür wurden 40 000 Euro Spenden gesammelt“, sagte Benz. Für diese jahrzehntelangen Leistungen bekam Bauckner die Landesehrennadel ans Revers gesteckt.

Eine besondere Ehrung wurde außerdem Ingeborg Staab zuteil. Sie ist die erste, die mit der neuen Bürgerverdienstmedaille der Gemeinde ausgezeichnet wurde. Die „überzeugte Europäerin“, die von 1991 bis 2001 und ab 2010 erneut dem Komitee für Städtepartnerschaft vorsteht, habe sich in besonderem Maße um den internationalen Austausch verdient gemacht. Beide Preisträger konnten sich vor anschließenden Glückwünschen kaum retten und freuten sich sichtlich über die Auszeichnungen.

  • Die Musik: Unter der Leitung von Edgar Kaiser spielte der Musikverein Wyhlen drei gut gewählte Titel aus dem aktuellen Repertoire, die bei den Gästen sehr gut ankamen und das hohe Niveau der Musiker bezeugten. „Around the World“ forderte von den einzelnen Registern auch durch rhythmische Schwierigkeiten höchste Konzentration, in Gershwins „Rhapsody in Blue“ konnten Solisten glänzen ebenso im „12th Street Rag“ (Bowman), mit dem das kleine Konzert endete – fast. Denn natürlich durfte eine Zugabe nicht fehlen und beim Badnerlied sang der ganze Festsaal lautstark und stehend mit.
  • Die Stimmung: Zwischenapplaus an besonders pointierten Stellen in der Neujahrsrede, zustimmendes Gemurmel oder Gelächter, andächtige Ruhe bei den Ehrungen, frenetischer Applaus für die Musik – die mehr als 300 Gäste im Festsaal gingen beim offiziellen Teil aufmerksam mit und genossen im Anschluss den Apero, der vom Frauenverein und der freiwilligen Feuerwehr vorbereitet worden war.

In kleinen Gruppen standen die Besucher noch eine Weile zusammen, wünschten sich fürs neue Jahr viel Glück und genossen sichtlich die leckeren Häppchen und feinen Getränke.