Grenzach-Wylen – Seit wenigen Tagen steht die neue Informationstafel an der Trotte in der Schlossgasse. Damit ist nun das weithin bekannte technische Denkmal mit einer ständigen Erläuterung versehen. Der Gigant macht übrigens auch Touristen neugierig, wie just beim Besuch dieser Zeitung bewiesen wurde.

Der gegliederte und mit einigen historischen Fotos bereicherte Text beschreibt Geschichte, Funktion und Bewahrung der Trotte. Sie ist ist eine der größten ihrer Art, die im Markgräflerland erhalten sind. Dank des Engagements des Vereins für Heimatgeschichte und der Unterstützung der Gemeinde wurde diese Trotte im vorigen Jahr mit einem Dach versehen.

Nunmehr gibt die Informationstafel jene Auskünfte, die aufmerksame Betrachter erfahren möchten. Mit einigen kurzen Ausführungen wird auf die Geschichte des Weinanbaus in Grenzach verwiesen, auf die Zugehörigkeit zum Basler Kloster St. Klara und auf das System der Abgaben aus der Weinernte. Ein Funktionsbild erklärt, wie die einzelnen Teile der Trotte zusammen spielen, erzeugt Respekt vor der einfachen, aber sehr wirksamen Technik aus dem Jahr 1745. Die Familie Richter bewahrte diese Rarität über viele Jahrzehnte auf eigenem Grundstück auf und stellte sie nunmehr als Dauerleihgabe der Gemeinde zur Verfügung. Damit erlangte das Ensemble am Emilienpark eine weitere Sehenswürdigkeit.

Die Informationstafel verweist auch auf das gegenüber stehende Quellenhaus und die Geschichte des Grenzacher Heilwassers sowie auf das Regionalmuseum Römervilla. Mit Dank genannt sind auf der Tafel die Firmen, die mit handwerklichen Leistungen Schutzdach, Umzäunung und Anlage bauten sowie die zehn Firmen und Vereine, die dies mit finanzieller Förderung ermöglichen. Ebenfalls angebracht ist ein kleiner Behälter für Informationsprospekte zur Trotte und zur Römervilla. Und, als ob es einer Bestätigung bedurfte, gerade in dem Moment, als sich Helmut Bauckner und Frieder Richter mit uns über erste Reaktionen auf die neue Infotafel unterhielten, kam ein Ehepaar vorbei und fragte, ob sie dieses große Gerät mal aus der Nähe betrachten dürften. Schnell stellte sich heraus, dass die beiden Gäste aus der niederländischen Provinz Gelderland aus den Vogesen kommend hier einen Zwischenstopp eingelegt haben. Bei ihrem Nachmittagsspaziergang stießen sie zufällig auf die Trotte und wollten gleich mehr dazu wissen. In der spontanen kleinen Führung erfuhren sie vom früheren und heutigen Weinanbau in Grenzach. Sie hätten zwar schon gelegentlich Weinpressen gesehen, aber solch einen Giganten noch nie. Da waren sie mächtig beeindruckt und auch davon, dass der Verein und die Gemeinde solch einen attraktiven Unterstand geschaffen haben. „Es hat sich also gelohnt, gerade hier eine Pause auf dem Weg nach Mailand einzulegen“, meinten sie beide.