Die Baustelle am Grenzübergang Hörnle bereitet Probleme: Am Donnerstagmorgen, ab 5.30 Uhr, sollte die neue Dachkonstruktion stehen und der Verkehr auf beiden Seiten wieder ungehindert fließen. Weil beim Einfügen der Stahlkonstruktion aber das Fundament beschädigt wurde, wollte das staatliche Hochbauamt die Vollsperrung aufrechterhalten. Nur durch Intervention seitens der Gemeinde konnte erreicht werden, dass zumindest eine Fahrspur geöffnet werden konnte.

Es war eine kurze Nacht für Ordnungsamtsleiter Jürgen Käuflin. Und eine chaotische, wie ein sichtlich aufgebrachter Bürgermeister am Donnerstagmorgen beschreibt. Am späten Mittwochabend wurde die Gemeinde darüber informiert, dass es technische Probleme gebe und die Vollsperrung nicht wie geplant aufgehoben werden könne. „Beim Einlupfen des Dachs sind Risse im Fundament aufgetreten“, schildert Käuflin.

Das Dach musste am Donnerstag wegen technischer Probleme wieder heruntergenommen werden.
Das Dach musste am Donnerstag wegen technischer Probleme wieder heruntergenommen werden. | Bild: Rolf Reißmann

„Ich werde unsere Stunden aufschreiben und dem Hochbauamt symbolisch in Rechnung stellen“, so Tobias Benz. Ohne diese Schäden von einem Statiker begutachten zu lassen wollte das staatliche Hochbauamt die Sperrung nicht aufheben. „Abheben konnte man das Dach aber auch nicht mehr, weil sich die Stützen wohl verkeilt haben“, so Käuflin. Er wurde um kurz vor 22 Uhr informiert und fuhr daraufhin zum Zoll. Auch Tobias Benz war vor Ort. „Wir haben darauf bestanden, dass zumindest halbseitig geöffnet wird.“ Eine weitere Vollsperrung – zumal ohne Ankündigung – sei den Pendlern einfach nicht zuzumuten. „Irgendwann reicht’s auch mal“, so Benz, der bis 1.30 Uhr Nachtwache gehalten hat, Käuflin kam erst gegen 4 Uhr morgens ins Bett und stand um 7 Uhr wieder im Rathaus.

Was Benz besonders ärgert: Ab 6 Uhr morgens gab es niemanden, der den Verkehr geregelt hat, erst gegen 8.30 Uhr konnte eine Ampelregelung aufgebaut werden. Benz und Käuflin hatten daraufhin die deutsche und schweizerische Polizei sowie die Bundespolizei verständigt. „Von allen Seiten wurde uns mitgeteilt, dass man dafür nicht zuständig sei und keine Kapazitäten habe“, so Benz. Auf Nachfrage bestätigte Polizeisprecher Jörg Kiefer den Sachverhalt. „Der Polizeivollzugsdienst regelt bei einer unmittelbaren Gefahrenlage den Verkehr, diese hat jedoch nicht bestanden.“ Das Rheinfelder Polizeirevier habe eine Streife der Frühschicht, diese beginnt um 5.45 Uhr, ans Hörnle geschickt, diese habe jedoch zu keinem Zeitpunkt eingreifen müssen. „Es lief alles“, so Kiefer.

Um 10 Uhr am Donnerstag haben sich Vertreter der Verkehrsbetriebe, des Hochbauamts, der Polizei sowie der Gemeinde zu einer Krisensitzung getroffen. Danach wurde entschieden, dass der Busverkehr erst nachmittags wieder planmäßig verkehren sollte.

Am frühen Nachmittag rückte dann ein Schwerlastkran an, um die Dachkonstruktion wieder abzumontieren. Während dieser Zeit stand die Ampel auf Dauerrot. Die Dachteile wurden zur Seite gelegt, die Baustelle freigeräumt.

Nach Auskunft des staatlichen Hochbauamts werden nun die Schäden untersucht und dann ein erneuter Anlauf unternommen, um das Dach endgültig aufzubauen. Dafür wird wieder eine Vollsperrung nötig. „Wir haben aber klargemacht, dass das entweder nachts oder an einem Sonntag erfolgen muss“, so Käuflin, für den am Donnerstag ein langer Arbeitstag endete.

Benz will die aus seiner Sicht missglückte Planung und das Fehlermanagement so nicht stehen lassen. „Ich werde unsere Arbeitsstunden aufschreiben und symbolisch dem Hochbauamt in Rechnung stellen.“ Nicht symbolisch, sondern ganz real wird die Rechnung für die vier Sonderbusse sein, die wegen der Maßnahme im Einsatz waren. „Die Rechnung kommt zu uns als Besteller“, so Benz. Die werde er aber nach Freiburg weiterleiten.