Grenzach-Wyhlen Grenzach-Wyhlen: Roche optimiert Logistik bei Kesslergruben-Sanierung

Konzern will Abtransport und thermische Entsorgung der Altlasten sicherer und einfacher machen. BASF-Areal soll doch nicht mitbenutzt werden. Transport per Lastwagen, Bahn und Schiff als Alternativen

Roche stellt in Sachen Sanierung der Kesslergrube wichtige Weichen: Änderungen im logistischen Ablauf sollen die komplette Aushebung und thermische Behandlung des belasteten Materials im Perimeter 1 der Grube sicherer machen und beschleunigen. Das BASF-Areal wird nach den neuesten Planungen des Konzerns nicht mehr mitgenutzt.

Roche plant auch weiterhin, den gesamten Perimeter 1 sowie freiwillig zusätzlich den belasteten Teil von Perimeter 3 komplett auszuheben, thermisch zu behandeln und nachhaltig zu entsorgen. An den Grundprinzipien der vom Landratsamt Lörrach genehmigten Sanierungsplanung ändert sich also nichts. Wie am Dienstag Peter Schnurrenberger, der Leiter Gesundheit, Sicherheit und Umwelt im Roche-Konzern, bei einer Pressekonferenz im Containerdorf bei der Kesslergrube informierte, fordere Roche bei Ausschreibungen die Unternehmen grundsätzlich auch auf, Verbesserungen vorzuschlagen.

Die Planung, das belastete Material in Container zu verpacken, mit Lastwagen auf das BASF-Areal zu bringen, dort bis zu 48 Stunden zu lagern und dann per BASF-Bahnanschluss entfernen zu lassen, hatte bei den angefragten Firmen Ideen zur Vereinfachung aufkommen lassen. „Wir haben bei der Prüfung festgestellt“, so Schnurrenberger, „dass wir besser arbeiten können, wenn wir das BASF-Areal nicht nutzen.“ Dennoch danke man BASF für die bis dato gelaufenen sehr komplexen Planungen und die gute Zusammenarbeit. Flavio Piussi, der Technische Projektleiter, betonte, dass Roche mit den neuen Überlegungen in regem Kontakt mit Landratsamt und Gemeinde stehe. Und Gesamtprojektleiter Richard Hürzeler ging schließlich auf die Einzelheiten ein. „Zu der Philosophie unseres Unternehmens gehört es, Umweltrisiken zu minimieren“, sagte er. Zudem wolle der Konzern aus der Haftung kommen. Allerdings betreibe man dafür keine „Pflästerchenpolitik“, sondern gehe die Probleme nachhaltig an. Dazu gehöre eine ausgiebige Planung. Bei der Ausschreibung für mögliche ausführende Unternehmen habe man internationale Spezialisten angesprochen, die auf Herz und Nieren geprüft worden seien. „Von diesen haben wir viele kreative Ideen bekommen, die in der Nichtbenutzung der BASF-Infrastruktur resultieren“, so Hürzeler.

Man plant nun dahin, das Aushubmaterial „Just-in-time“, also ohne jegliche Zwischenlagerung abzutransportieren. Die Aushebung soll in luftdichten Zelten erfolgen. Darin werden Spezialcontainer mit Aushubmaterial gefüllt, gereinigt und direkt vor dem Zelt auf Lastwagen verladen. Statt sie über das BASF-Areal zu transportieren, dort an einem Lagerort abzuladen und später wieder auf die Bahn aufzuladen, sollen die Lastwagen nach neuer Planung sofort losfahren. Über die Köchlin- und die Emil-Barell-Straße würde man eventuell eine Trasse südlich von Wyhlen über die Privatstraße zum Fallberg nutzen, von dort auf die Kraftwerkstraße über die B 34 zur A 861. Ziel der Laster wäre das Bahnterminal Weil am Rhein, wo die entsprechenden Kapazitäten zum Weitertransport vorhanden seien. Roche erwartet von der neuen Lösung vereinfachte technische Abläufe, eine Reduktion der Projektrisiken und eine deutliche Verkürzung der Sanierungsdauer. Die Auswirkungen auf die Gemeinde möchte man so gering wie möglich halten, ganz auszuschließen seien Belastungen in der drei- bis dreieinhalbjährigen Sanierungszeit allerdings nicht. Tatsächlich, so Hürzeler, prüfe man noch ein weiteres Verfahren, den Aushub abzutransportieren. Da die thermischen Anlagen in Holland am Rhein liegen würden, denke man auch darüber nach, Material per Schiff abzutransportieren. Bislang ist der Bau einer temporären Schiffsanlegestelle geplant, weil per Schiff sauberes Erdmaterial angeliefert werden soll, um damit die gesäuberte Grube wieder aufzufüllen. Mit einer größeren Anlegestelle könnte man Material auch entfernen. Roche würde gerne mit dem Abtransport per Laster starten und nach Genehmigung einer erweiterten Schiffsanlegestelle auch den Wasserweg nutzen.

„Roche verfolgt den Weg, die Öffentlichkeit proaktiv zu informieren“, stellte Pressesprecher Cornelius Wittal fest. Soll heißen: Man wendet sich an die Öffentlichkeit, bevor Fakten geschaffen sind. Bislang befindet man sich in Gesprächen mit Gemeinde, Landratsamt und Regierungspräsidium und prüft die alternativen Logistiklösungen.


Zeitplan der Sanierung

Die Beauftragung des ausführenden Unternehmen steht bevor. Bis Sommer 2015 soll die Detailplanung mit den Unternehmern abgeschlossen sein. Im Sommer soll die Baustelleneinrichtung erfolgen, zudem sollen Vorarbeiten auf der eigentlichen Baustelle und für den Schiffsanleger erfolgen. Im Herbst 2015 möchte Roche das Gelände Profilieren. Dann würde auch die erste Materialabfuhr stattfinden. Im Herbst 2015 ist auch der Start für die Bauarbeiten des Schiffsanlegers vorgesehen. Bohrarbeiten würden im Frühjahr 2016 den Start der bis 2021 vorgesehenen Sanierung bedeuten. Das neue Logistikkonzept könnte den Zeitplan um sechs bis zwölf Monate verkürzen.

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