Eine Rekordsaison wird es im Freibad trotz des heißen Sommers nicht, da das Wetter in den ersten paar Badewochen noch durchwachsen war. Auch die Nilgänse machen nach wie vor Ärger. Doch während andere Bäder schon geschlossen haben, können Schwimmer in Grenzach-Wyhlen noch bis zum 21. September ihre Bahnen ziehen.

„Gestern hatten wir sicher 40 Anrufe mit Lörracher Vorwahl, ob und wie lange wir aufhaben“, erzählt Betriebsleiter Massimo Pinto. Erst in der zweiten Monatshälfte schließt das Bad. Pinto hält sich auch da einen Spielraum offen. „Je nach Wetterlage hängen wir noch ein, zwei Tage dran. Ich verstehe da andere Bäder nicht. Man kann ein Bad nicht bei 30 Grad schließen“, meint er. Am vergangenen Mittwoch waren bis 13 Uhr schon 100 Besucher gezählt worden. Die Wassertemperatur liegt bei rund 24,5 Grad.

Das Freibad ist ein Sportbad und ein Allwetterbad, meint Pinto. Attraktionen fehlen weitgehend, außer Kinderplanschbecken und Spielbereich. Bei 140 Bäumen auf der Liegewiese und am Rheinufer finden die Besucher sogar nachmittags noch ein Schattenplätzchen. Angesichts des heißen Sommers mit Temperaturen von bis zu 36 Grad bekam das Personal dafür viele positive Rückmeldungen. „Wir hatten jeden Tag Badegäste und nur wenige Tage,an denen wir liegengebliebene Arbeiten erledigen konnten“, berichtet Pinto. Womit das Bad bei den Besuchern punkten könne, seien auch Sauberkeit und Freundlichkeit des Personals.

Auch bei schlechtem Wetter kommen 200 bis 300 Besucher. Der diesjährige Spitzentag war der 1. Juli mit 4396 Badegästen, aber ein Rekordjahr wird es für das Freibad in Grenzach-Wyhlen nicht. „An 2003 reicht die Saison nicht ran“, sagt Pinto. „Wir hatten eine sehr schöne und gute Saison und ab dem 20. Juni durchgehend schönes Wetter. Was aber viele übersehen, ist, dass wir bei der Öffnung am 12. Mai nur 16 Grad hatten und auch die erste Woche danach.“ Bis zum 20. Juni war das Wetter durchwachsen. Aufgrund seiner Erfahrung weiß er: .Zwei schöne Wochen im Mai brächten mehr Besucher als zwei schöne Wochen im August. „Im Mai hat jeder Lust, ins Freibad zu gehen und Sonne zu tanken“, so Pinto. „Wenn die ersten zwei Monate fehlen, dann ist das eine Supersaison, aber kein Rekord.“ Das sieht er auch bei den Besucherzahlen anderer Bäder deutschlandweit, die vielfach eine sehr gute Saison hätten, aber eben auch nicht an das Rekordjahr 2003 heranreichten. „Damals hatten wir 180 000 Besucher im Vergleich zu diesem Jahr“, so Pinto. Aktuell zählt das Freibad 109 000 Besucher und Pinto erwartet in der kommenden Woche die Marke von 110 000 Besucher zu knacken.

Große Modernisierungen, vor allem in die Technik, gab es zuletzt 2003 und 2004. Allerdings stammen die Becken noch von 1958 und weisen einen hohen Wasserverlust auf. „Gerade beim Planschbecken haben wir Probleme mit dem Beton. Die Substanz ist alt“, meint Pinto. Auch der alte Aufsichtsturm am Rand des Schwimmerbeckens macht ihm Sorgen, da das Stahlrohr, das den Ausguck trägt, am Fundament durchgerostet ist. Pinto erzählt, dass immer ausgebessert wurde, aber nun das Material marode sei. Der Turm müsste komplett saniert werden. Allerdings nutzen die Bademeister den Turm gar nicht mehr, da das Bad völlig übersichtlich ist. Neben dem Turm haben sie einen ebenerdiger Aufsichtsposten. Ob der 60 Jahre alte Turm saniert oder abgerissen wird, steht noch nicht fest.

Am 630 Meter langen Rheinufer würde Pinto gerne einen Zaun erichten und will dafür Haushaltsmittel beantragen. Er erklärt, dass bei Badeunfällen im Rhein die Haftung durch Verbotsschilder ausgeschlossen werden soll, befürchtet aber, dass bei einem Unfall mit Kindern das Gelände als nicht sicher erachtet werden könnte. Der zweite Grund sind die Nilgänse, die seit einem Jahr das Bad aufsuchen. Die Vögel weiden auf der Liegewiese, verunreinigen das Bad mit Kot und gehen in die Becken. In Abstimmung mit dem NABU war versucht worden, die Tiere zu vergrämen.

Das Ergebnis: die Gänse halten sich tagsüber am Ufer auf und kommen nur nachts auf das Gelände. Da am Rheinufer auch ein Biber lebt, wurden Bäume mit Biberschutz ausgestattet. Pinto würde den Zaun gerne etwa 2,5 Meter vor dem Ufer errichten, um einen Schutzstreifen für den Biber zu gewähren.

Letzter Öffnungstag des Freibads ist Freitag, 21. September, von 9 bis 19.30 Uhr. Das Hallenbad in Grenzach öffnet am 3. Oktober.