Der Überfall einer Radfahrerin auf dem „Bäckerwegle“ war nur erfunden. Das teilte die Kriminalpolizei am Dienstag mit.

Wie berichtet, hatte eine 67-jährige Radfahrerin angegeben, Anfang August auf dem Weg von zwei unbekannten Männern angehalten, umgestoßen und ausgeraubt worden zu sein. Da sie die beiden als dunkelhäutig beschrieben hatte, gab es in den sozialen Netzwerken entsprechende Reaktionen und der Fall schlug hohe Wellen.

Die Kriminalpolizei Lörrach hatte Ermittlungen aufgenommen. Dabei habe sich das Blatt nun überraschenderweise gegen das vermeintliche Opfer selbst gewendet, wie die Polizei am Dienstag mitteilt. Aufgrund der Angaben eines unbeteiligten Zeugens ergaben sich laut Polizei erhebliche Zweifel an der Darstellung der Radfahrerin. In einer weiteren Vernehmung habe die Frau dann gestanden, dass der von ihr geschilderte Raub tatsächlich nicht stattgefunden habe. Die Radlerin dürfte vielmehr alleinbeteiligt gestürzt sein, so die Polizei. Sie hatte sich dabei leicht verletzt.

In sozialen Medien und gegenüber der Polizei hatte sie hingegen angegeben, von zwei dunkelhäutigen Männern beraubt worden zu sein. Dass ein fremdenfeindlicher Hintergrund bestehe, schließe die Polizei nach Gesprächen mit der Frau jedoch aus, so Pressesprecher Jörg Kiefer auf Nachfrage.

Gegen die Frau wird nun ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet. Mit solchen Fällen habe die Polizei indes nicht oft zu tun. „Wenn, dann im Bereich der Unfallflucht“, so Kiefer. Ein angeblich Geschädigter behaupte, jemand sei ihm ins Auto gefahren, wobei sich bei den Ermittlungen dann herausstellt, dass dies nicht der Fall gewesen sein könne. „Mit einem Fall wie diesem haben wir es äußerst selten zu tun“, so Kiefer abschließend.