Nach fast zwei Jahren intensiver Flüchtlingsbetreuung versuchen ehrenamtliche Helfer in Baden-Württemberg neue Formen zu finden, die geänderten Anforderungen gerecht werden. Inzwischen sammelten Kommunen, Vereine und Helfer etliche Erfahrungen. Durch die zurückgegangenen Flüchtlingszahlen können nun auch länger wirkende Integrationsformen aufgebaut werden. Der Helferkreis Amiko möchte mit praktischer Arbeit zu einem neuen Miteinander führen, indem man die gemeinsame Gestaltung eines Gartengeländes angeht. Die Gemeinde stellt für diesen Zweck in der Kraftwerksstraße ein Grundstück zur Verfügung.

Derzeit ist es noch wild bewachsen, doch es könnte schon ein kleines Schmuckstück daraus werden. Irene Blaha von Amiko entwickelte ein Konzept dafür. Zunächst soll ab Herbst diesen Jahres der Wildwuchs entfernt werden, dann müssten noch Geräte und Material beschafft werden, um im kommenden Jahr mit der Gestaltung des Geländes beginnen zu können. Der Helferkreis hatte beim Landratsamt für dieses Projekt Fördermittel beantragt, die auch bewilligt wurden. Nun könnte damit Materialien für die gemeinsame Gartenarbeit beschafft werden.

Zunächst soll ein Carport als Regenfänger und Sonnenschutz aufgestellt werden, dazu ein Gartenschrank für die Geräte. Dann gilt es Mitstreiter zu finden. Eingeladen sind die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft ebenso wie Asylanten, die bereits eine Aufenthaltsbewilligung haben und längere Zeit in der Gemeinde wohnen werden. Gleichermaßen geht es aber auch darum, weitere Grenzach-Wyhlener zu finden, die sich beteiligen. Das dürfen sehr gerne auch jene sein, die selbst Beschäftigung und Kommunikation suchen. Ob dann auf der Fläche viele kleine individuelle Gärten oder eine gemeinsam bewirtschaftete Fläche angelegt wird, ist noch zu entscheiden. Vielleicht könnte es sogar möglich sein, den aktiven Helfern auch einen kleine Obolus für ihren Einsatz zukommen zu lassen.

Noch ein zweites Projekt erläuterte Irene Blaha, das ist eine Gesprächsreihe, um das Wissen zum Leben in Deutschland erweitern. Diese Themen sind zu einem großen Teil vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorgegeben, dürfen aber gerne nach lokalen Schwerpunkten erweitert werden. Dazu gehören unter andrem Gesprächsrunden zu Rechten und Pflichten der Bürger in Deutschland, zum politischen System, zu Umweltschutz, Versicherungen, Ernährungsberatung, Abfall- und Müllentsorgung und auch zur regionalen Geschichte.

Für dieses Projekt wurde nur ein Teil der beantragten Fördermittel bewilligt, dennoch könnte es ebenfalls im Herbst starten. Aber, noch werden dringend Helfer gesucht, die solche Themen leicht verständlich besprechen können. Leider nahmen an der Information am Mittwochabend nur wenige Helfer teil, zu wenig, um bereits erste Zuordnungen zu treffen. Besprochen wurde auch, dass leider nur wenig Initiativen und Ideen von den Flüchtlingen eingebracht werden, wenn sie angesprochen werden, nehmen sie zwar teil, doch aus eigenem Antrieb kommen kaum Anstrengungen. Am 14. Juli wird es nochmals einen offenen Sprachtreff unter dem Thema „Orient trifft deutsche Küche“ geben, dann beginnt auch auch Amiko mit einer Sommerpause.